Wirtschaft : Frankreich: Warum Frankreich besser abschneidet

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Frankreichs Vorteile:

Frankreich ist weniger anfällig gegenüber Konjunkturzyklen, die vor allem die Industrie treffen. Im beschäftigungsintensiven Dienstleistungsgewerbe sind 70 Prozent der Erwerbstätigen tätig; sieben Prozent mehr als in Deutschland. Parallel zur Einführung der 35-Stunden-Woche wurden die Lohnnebenkosten gesenkt. Außerdem fielen die Lohnerhöhungen relativ mäßig aus. Die Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt ist - neben steuerlichen Entlastungen - dem privaten Verbrauch zu Gute gekommen, der sich als wesentliche Konjunkturstütze ausgewirkt hat.

Deutschlands Nachteile:

Deutschland ist stärker vom Export abhängig als die Franzosen, vor allen Dingen vom Export in die USA; wobei der hohe Anteil deutscher Auto- und Maschinenexporte zu Buche schlägt. Während die deutsche Exportquote in der zweiten Jahreshälfte der 90er Jahre im Schnitt bei 27 Prozent lag, waren es in Frankreich knapp 25 Prozent. Deutschland hat die Kosten der Wiedervereinigung zu tragen, die auf 3,5 Prozent des BIP geschätzt werden. Dabei spielt der Bau eine Schlüsselrolle. Denn nach 1990 hat die Bauwirtschaft im Osten enorme Überkapazitäten aufgebaut. Die gegenwärtige Krise am Bau schlägt beim Abschwung doppelt durch und beeinträchtigt die Anlage-Investitionen. Seit 1994 sind die Bauleistungen hier zu Lande kontinuierlich gesunken, in Frankreich gestiegen.

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