Wirtschaft : Frankreich will Steuer auf Transaktionen

Paris - Zum Auftakt des G-20-Finanzministertreffens in Paris hat Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy eine Aufwertung des Internationalen Währungsfonds (IWF) gefordert. Dieser müsse der „Grundpfeiler“ der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Währungen sein, sagte Sarkozy am Freitagabend. Derweil formierte sich Widerstand gegen seine Pläne, das weltweite wirtschaftliche Ungleichgewicht zu bekämpfen.

In Zeiten der Wirtschaftskrise müssten die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) sich eng abstimmen, sagte Sarkozy. Sollten die Staaten ihren nationalen Interessen Vorrang einräumen, wäre dies „der Tod der G 20“. Zudem müsse dagegen angegangen werden, dass sich das weltweite wirtschaftliche Ungleichgewicht vergrößere. Sarkozy erneuerte seine Forderung nach einer Transaktionssteuer. Er schlug vor, diese in zwei Geschwindigkeiten umzusetzen: so könnten einige Vorreiter unter den G-20-Staaten die Steuer einführen, während die anderen noch „darüber nachdenken“ könnten.

Eine Gruppe von fünf Ländern lehnte die von Frankreich vorgeschlagenen Größen zur Benennung des weltweiten wirtschaftlichen Ungleichgewichts teilweise ab. Nach den Vorstellungen der französischen Finanzministerin Christine Lagarde sollen sich die G20 auf fünf Messgrößen einigen. Doch die Brics-Gruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) lehnt nach Angaben Brasiliens einige der vorgeschlagenen Indikatoren ab.

Ein Indikator ist die Leistungsbilanz. Finanzminister Wolfgang Schäuble warnte im Deutschlandfunk vor falschen Vergleichen: „Man muss in der Tat darauf achten, dass man Ungleiches nicht gleich behandelt.“ Der deutsche Exportüberschuss könne nicht mit dem Exportüberschuss eines Landes verglichen werden, das sich durch „Manipulation seiner Währung“ Vorteile auf den Weltmärkten verschaffe, sagte er auf China gemünzt.

Vergangenes Jahr hatte sich Berlin gegen einen US-Vorschlag gestemmt, Leistungsbilanzüberschüsse nicht über vier Prozent der Wirtschaftsleistung steigen zu lassen. Neben der Leistungsbilanz sind vier weitere Indikatoren im Gespräch: Währungsreserven, freie Wechselkurse, Schuldenstand, private Sparquote. AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben