Wirtschaft : Frankreichs Wirtschaft auf Talfahrt

-

(dpa). Die Wirtschaft Frankreichs, des wichtigsten deutschen Handelspartners, befindet sich im tiefsten Konjunkturtal seit der Rezession 1993, stellte das nationale Statistikamt Insee in seinem Bericht am Donnerstag in Paris fest. Für 2003 wird nur noch ein minimales Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent erwartet, nachdem im Juni noch von 0,8 Prozent ausgegangen worden war. Regierungschef JeanPierre Raffarin rechnet für Anfang 2004 mit einer Erholung. Die konservative Regierung hatte ihre Vorhersage für 2003 zuletzt auf 0,5 Prozent nach unten revidiert, nachdem das Wachstum im Vorjahr bereits auf 1,2 Prozent gesunken war. Für das kommende Jahr erwartet sie ein Wachstum von 1,7 Prozent.

Als Hauptgründe für den Konjunktureinbruch machen die Statistiker neben dem schwachen Außenhandel einen drastischen Konsumrückgang und schleppende Investitionen aus. Für das dritte Quartal veranschlagen sie ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent und für das vierte von 0,4 Prozent. Im zweiten Quartal war mit minus 0,3 Prozent ein Tiefpunkt erreicht worden. Die Arbeitslosenquote dürfte bis Dezember weiter auf 9,9 Prozent steigen nach 9,6 Prozent im August. Das französische Staatsdefizit wird im laufenden Jahr rund 61 Milliarden Euro, im kommenden Jahr immer noch etwa 55 Milliarden Euro erreichen. Die Defizitquote verstößt mit voraussichtlich rund vier Prozent 2003 und 3,6 Prozent 2004 gegen den Stabilitätspakt, der maximal drei Prozent vorsieht. Weitere Milliarden-Löcher in der Renten- und Krankenversicherung drohen. „Die Rückkehr des Wachstums wird auch das Etatdefizit drosseln“, gibt sich Raffarin dennoch optimistisch.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben