Wirtschaft : Französisch-britischer Einstieg bei Cable & Wireless

LONDON (rtr). France Telecom und die britische Mediengruppe NTL könnten einem Zeitungsbericht zufolge gemeinsam für Teile der Cable & Wireless Communications Plc bieten, einer Tochter des Telefonkonzerns Cable & Wireless. Das gemeinsame Angebot im Volumen von acht Mrd. Pfund (rund 24 Mrd. DM) könnte bei einer Einigung der beiden Kaufinteressenten bereits in der kommenden Woche vorgestellt werden, berichtete die "Financial Times" (FT) am Donnerstag. Ein solches Angebot würde die Absprachen zwischen Cable & Wireless Communications und dem britischen Kabelbetreiber Telewest über eine Kooperation gefährden, hieß es.Zur Zeit verhandele France Telecom noch darüber, welchen Anteil und welche Vorstandssitze es bei NTL erhalten soll für die teilweise Finanzierung der Transaktion, schreibt die FT weiter. Außerdem bereite Telewest plc, der dritte britische Kabelnetzbetreiber, ein Angebot für CWC vor. Eine Fusion zwischen CWC und Telewest wird bereits seit April diskutiert. Experten erwarten innerhalb der kommenden zehn Tage eine Entscheidung. France Telecom bestätigte nur Verhandlungen über den geplanten Einstieg bei NTL. Wie die französische Telekommunikationsgesellschaft am Donnerstag mitteilte, soll mit diesem Schritt die Voraussetzung für eine Konsolidierung des britischen Kabelnetzbetreiber-Marktes geschaffen werden.Zudem wies France Telekom das Übernahmeinteresse der Deutschen Telekom am französischen Anteil an der italienischen Telefongesellschaft Wind zurück. Der Anteil der France Telecom an Wind sei absolut unverkäuflich, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch in Paris. Zuvor hatte die Deutsche Telekom erklärt, sollte sich der französische Konzern von seinem Anteil trennen wollen, sei die Deutsche Telekom interessiert. Beide Konzerne halten jeweils 24,5 Prozent an Wind, 51 Prozent hält der italienische Energieversorger Enel. Zwischen den Wind-Partnern war es zuletzt zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung gekommen. France Telecom und Enel werfen der Deutschen Telekom Vertragsbruch vor.Die France Telecom sei sehr zufrieden mit der Entwicklung bei Wind, sagte der Sprecher des französischen Konzerns weiter. Dabei spiele die Beteiligung an Wind auch in der Strategie des Konzerns als internationaler Anbieter eine Rolle. Ein Sprecher der Deutschen Telekom hatte in Bonn erklärt, sein Unternehmen würde den Anteil von France Telecom im Falle eines Ausstiegs der Franzosen übernehmen. Ob auch ein Ausstieg des deutschen Konzerns bei Wind, möglich sei, wollte der Sprecher nicht sagen.Der Streit zwischen den Partnern hat sich an dem inzwischen gescheiterten Fusions-Vorhaben der Deutschen Telekom mit der Telecom Italia entzündet. France Telecom und Enel sind der Auffassung, daß die Fusions-Bestrebungen der Deutschen Telekom mit dem Wind-Konkurrenten Telecom Italia gegen die Verträge des Gemeinschaftsunternehmens Wind verstoßen haben. Sie wollen Schadenersatz von der Deutschen Telekom fordern.

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