Wirtschaft : Franzosen wollen in den deutschen Erdgasmarkt

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Der französische Gasversorger Gaz de France führt nach Informationen des Tagesspiegels intensive Gespräche zur Übernahme der Ruhrgas-Anteile am ostdeutschen Gasversorger VNG. Die Abgabe des Aktienpakets von 37 Prozent könnte nach Meinung von Branchenexperten Bedingung dafür sein, dass der Energiekonzern Eon eine Ministererlaubnis zur Übernahme der Mehrheit an Ruhrgas erhält. Interesse an dem VNG-Paket dürfte auch die BASF-Tochter Wintershall haben, die bereits mit 15,8 Prozent an VNG beteiligt ist.

Die Düsseldorfer Eon AG will bis Ende der Woche bei Bundeswirtschaftsminister Werner Müller eine Ministererlaubnis beantragen, nachdem das Kartellamt im Januar die Eon-Ruhrgas-Fusion untersagt hatte. Gegner der Übernahme werfen Müller vor, bei der zu erwartenden Ministererlaubnis die marktbeherrschende Stellung von Ruhrgas im deutschen Gasmarkt nicht hinreichend zu berücksichtigen. Durch eine Trennung von VNG wird dieses Argument zumindest in Ostdeutschland entkräftet. Der Wirtschaftsminister könnte sich rühmen, einen Beitrag zur Stärkung des nordostdeutschen Energieversorgers Vattenfall Europe geleistet zu haben.

Der schwedische Stromkonzern Vattenfall schmiedet gerade die Stromunternehmen HEW (Hamburg), Veag, Bewag (beide Berlin) und Laubag (Lausitz) zum drittgrößten Stromverbund Deutschlands zusammen und hat Interesse am deutschen Gasmarkt angemeldet. Dazu fehlt den Schweden derzeit allerdings das Geld. Würde Gaz de France die VNG-Anteile von Ruhrgas kaufen, käme Vattenfall diesem Ziel näher. Mit der französischen Beteiligung am Berliner Gasversorger Gasag, der zu gleichen Teilen zur Berliner Bewag gehört, besteht ohnehin schon eine Verbindung zwischen Vattenfall Europe und Gaz des France.

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