Wirtschaft : Fraport-Aktie: Flughafen Frankfurt geht an die Börse

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Als erster deutscher Flughafen wird die Frankfurter Flughafen AG (Fraport) im Juni an die Börse gehen. Bereits Ende April sollen die Mitarbeiter Aktien zeichnen können. Details über den Emissionspreis nannte Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag allerdings noch nicht. Fest steht, dass der Börsengang über eine Kapitalerhöhung von 290 Millionen Euro erfolgen soll, an der sich die Altaktionäre - Stadt Frankfurt (Main), Land Hessen und der Bund - nicht beteiligen werden. Nach dem Börsengang sollen 31 Prozent der Anteile breit gestreut sein, 51 Prozent werden bei der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen, 19 Prozent beim Bund liegen.

Experten schätzen, dass sich der gesamte Emissionserlös auf drei bis fünf Milliarden Mark belaufen dürfte. Fest steht bislang, dass nicht nur die Mitarbeiter beim Börsengang, der von den Investmentbanken Dresdner Kleinwort Wasserstein und Morgan Stanley an der Spitze organisiert wird, bevorzugt behandelt werden sollen, sondern auch Privatanleger aus dem Umfeld des Flughafens.

Auch ohne Details kundzutun, sieht Bender sein Unternehmen für den Börsengang hervorragend vorbereitet. Nach der Talfahrt der Technologie-Aktien seien jetzt wieder Substanzwerte gefragt. Frankfurt folgt mit dem Börsengang den Beispielen von Kopenhagen, Rom, Zürich, Wien und der bereits seit 1987 börsennotierten British Airport Authority. Der Flughafen-Chef betrachtet es nicht als Nachteil, dass die öffentliche Hand die Mehrheit behalten wird. Im Gegenteil: "Gerade wegen des beschlossenen Flughafenausbaus brauchen wir eine enge politische Begleitung." Auch bei anderen Flughafen-AGs sei ein hoher Staatsanteil kein Hindernis für einen Kurserfolg an der Börse gewesen. Die Fraport-Aktie soll nur in Frankfurt notiert werden. Mittelfristig strebt Bender die Aufnahme in den M-Dax an.

Als Garanten für den Erfolg der Fraport-Aktie betrachtet Bender das anhaltende Wachstum des Flugverkehrs, von dem Frankfurt als einer größten Flughäfen weltweit besonders profitieren könne. Zudem sei Frankfurt die Heimatbasis der Star-Allianz, des weltgrößten Airline-Verbundes. Mit dem Ausbau des Flughafens, der 2006 abgeschlossen sein soll, werde Fraport die Zahl der Flugbewegungen pro Jahr von derzeit knapp 460 000 auf rund 660 000 steigern können. Auch die internationalen Aktivitäten an insgesamt 40 Standorten weltweit sowie die Allianz mir dem Amsterdamer Flughafen Schiphol betrachtet Bender als wichtigsten Teil der strategischen Ausrichtung. Bis 2005 will Frankfurt mehr als 50 Prozent des Umsatzes im internationalen Geschäft erwirtschaften.

Schließlich sprechen nach Ansicht von Bender die guten Geschäftszahlen für die Fraport-Aktie. Im vergangenen Jahr erhöhte das Unternehmen den Umsatz um fast zwölfProzent auf gut drei Milliarden Mark. Der Gewinn kletterte um 62 Prozent auf den Rekordwert von 252 Millionen Mark. Die Umsatzrendite stieg von knapp 14 auf gut 16 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten kletterte im vergangenen Jahr um rund 900 auf knapp 14 300.

Insgesamt nutzten im vergangenen Jahr knapp 49,4 Millionen Passagiere den Frankfurter Flughafen, 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2001 hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt. "Wir liegen über unseren Erwartungen", sagt Bender, der im übrigen auch darauf setzt, dass Fraport gemeinsam mit der IVG-Holding und Hochtief beim geplanten Großflughafen Berlin zum Zuge kommt.

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