Frauen-Diskriminierung : Deutscher Bank droht Klage in USA

Der Deutschen Bank droht eine Klage wegen der Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz. Eine Ex-Mitarbeiterin fühlt sich mit ihrem Bonus zu gering bezahlt - trotz herausragender Leistungen.

New York - Die US-Gleichstellungsbehörde EEOC habe der Bank in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass sie Hinweise auf Benachteiligung einer ehemaligen Angestellten in der Wertpapiersparte habe, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf einen entsprechenden Beschluss der EEOC. Sollte sich die Bank nicht auf eine angemessene Lösung verständigen, drohe ihr ein Gerichtsverfahren.

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte das Verfahren nicht kommentieren. Grundsätzlich werde Diskriminierung bei der Deutschen Bank allerdings nicht toleriert. Dies sei "integraler Bestandteil der Unternehmenskultur". Laut "FAZ" wirft eine ehemalige australische Mitarbeiterin ihrem damaligen Vorgesetzten vor, ihr trotz herausragender Leistungen einen verglichen mit männlichen Kollegen niedrigeren Bonus gezahlt zu haben. Die Frau arbeitete von 2001 bis 2004 in New York und reichte im April vergangenen Jahres die Klage ein. In der Klageschrift ist dem Bericht zufolge außerdem von einer "Kultur der Diskriminierung" die Rede.

In den USA hatten Klagen in ähnlichen Fällen in den vergangenen Jahren zu außergerichtlichen Vergleichen in Millionenhöhe geführt. So musste die Investmentbank Morgan Stanley vor zwei Jahren 54 Millionen Dollar (rund 42 Millionen Euro) zahlen. Die Investmentbank Dresdner Kleinwort, eine Tochtergesellschaft der Allianz, ist von mehreren weiblichen Angestellten wegen Verweigerung von Beförderungen und ungleicher Bezahlung verklagt worden.

Erst vor wenigen Wochen war das größte deutsche Kreditinstitut von einem Londoner Gericht verurteilt worden, einer ehemaligen Angestellten wegen jahrelanger Schikane durch ihre Kollegen rund 1,2 Millionen Euro Schadenersatz zu zahlen. (tso/AFP)

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