Wirtschaft : Frauen verdienen weniger

Im Osten ist der Einkommensunterschied zu Männern geringer

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Wiesbaden (dpa). Frauen mit einem Vollzeitjob verdienen in Deutschland immer noch deutlich weniger als Männer. Die weiblichen Angestellten in der Industrie, im Handel, bei Banken und Versicherungen bekamen 2003 durchschnittlich 2602 Euro im Monat, rund 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Arbeiterinnen in der Industrie hatten brutto 1885 Euro in der Lohntüte, 26 Prozent weniger als Männer, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit. Damit ist die Entwicklung seit Jahren unverändert.

Als Hauptgrund für die große Differenz nannten die Statistiker die unterschiedliche Einstufung in Leistungsgruppen je nach Qualifikation. 2003 waren 40 Prozent der männlichen Angestellten in Deutschland in der Leistungsgruppe II, die verantwortliche Tätigkeiten und besondere Erfahrungen voraussetzt. In der gleichen Gruppe fanden sich aber nur 15 Prozent der weiblichen Angestellten. Bei den Arbeitern waren 60 Prozent der Männer als Fachkräfte eingruppiert, aber nur 13 Prozent der Frauen.

Ein weiterer Grund für das starke Einkommensgefälle zwischen Frauen und Männern sind die Erziehungszeiten. In der Regel steigen die Frauen nach der Geburt eines Kindes aus dem Beruf aus, um sich um die Familie zu kümmern. „Danach müssen sie im Beruf immer wieder neu anfangen und sich hoch arbeiten“, sagte Claudia Weiser vom Statistischen Bundesamt. Diesen „Karriereknick“ gebe es bei Männern nicht. Zudem würden die Erziehungszeiten bei Frauen die Dauer der Betriebszugehörigkeit verringern.

In den neuen Bundesländern klafft die Einkommensschere wegen besserer Kinderbetreuungsmöglichkeiten und geringerer Ausfallzeiten von Frauen nicht so weit auseinander. Weibliche Angestellte verdienten hier im vergangenen Jahr 2176 Euro im Monat, rund 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In den alten Ländern liegt die Differenz bei 29,2 Prozent. Arbeiterinnen in Ostdeutschland bekamen durchschnittlich 1515 Euro brutto, damit war ihr Lohn 22 Prozent niedriger als der ihrer männlichen Kollegen. Im Westen war er um 25,7 Prozent geringer.

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