Wirtschaft : Frauenzorn über Riester-Rente

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Von Cordula Eubel

Die Frauenpolitikerinnen aller Fraktionen begehren auf. Sie fordern UnisexTarife in der Riester-Rente. Bisher müssen Frauen für die Policen mehr zahlen als Männer. Nur, dass die unterschiedlichen Tarife nicht der Bosheit der Männer geschuldet sind. Sie lassen sich rein versicherungsmathematisch erklären. Frauen leben einige Jahre länger als Männer. Das bedeutet: Sie erhalten in der Regel auch über einen längeren Zeitraum ihre Auszahlungen. Deshalb müssen sie mehr einzahlen. Das ist nur gerecht.

Sollte der Gesetzgeber der Versicherungsbranche Einheitstarife vorschreiben, würden die Policen für Männer teurer, die für Frauen nur wenig günstiger. Denn solange es keinen Zwang zum Abschluss einer Riester-Rente gibt, würden Männer zwangsläufig auf andere Produkte ausweichen. Davon hat keiner etwas.

Sicherlich gibt es im Bereich der Altersvorsorge noch zahlreiche Ungerechtigkeiten im Verhältnis der Geschlechter. Frauen erwerben in der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich geringere Rentenansprüche als Männer, sie sind eher von Altersarmut betroffen. Und sie haben während ihres Erwerbslebens im Normalfall weniger Geld zur Verfügung, das sie zusätzlich privat fürs Alter zurücklegen können. Das liegt aber daran, weil Frauen im Schnitt weniger verdienen, außerdem ihr Erwerbsleben eher unterbrechen, um Kinder zu beaufsichtigen.

Wer Frauen im Alter ein gleiches Rentenniveau wie Männern sichern will, muss an diesen Ursachen etwas ändern. Unisex-Tarife in der Riester-Rente sind nicht der richtige Ansatz, Gleichberechtigung zu schaffen.

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