Wirtschaft : Freie Bahn für höhere Preise

Was für ein Wahnsinn. Da kommt ein halbes Dutzend Stadtwerke von hoch verschuldeten Ruhrgebietskommunen und kauft für einen wahrscheinlichen Komplettpreis von mehr als 1,2 Milliarden Euro den fünftgrößten deutschen Stromversorger Steag. Damit nicht genug: Die Kohlekraftwerke der Steag müssen modernisiert werden. Woher kommen die dafür erforderlichen Milliarden in den kommenden Jahren? Seit wann haben die Kommunen Geld? Oder agieren sie am Ende wie eine Heuschrecke und belasten das übernommene Unternehmen, also die Steag, mit den Kreditschulden? Die deutschen Kommunen sind so klamm wie noch nie – und treten dennoch als Großinvestoren auf. Woher nehmen die Städte und Gemeinden das Geld für Zinsen und Tilgung, wenn nicht von ihren Bürgern? Steigen am Ende also eher die Preise für die kommunalen Dienstleistungen, wie das immer der Fall ist, wenn es ein Monopol oder Oligopol gibt? Wie war das mit den Wasserpreisen in Berlin in den 90er Jahren, gab es damals nicht einen Preisanstieg um mehr als 100 Prozent? In jener Zeit gehörten die Wasserbetriebe noch dem Land Berlin, heute würden die Senatspolitiker sie gerne zurückkaufen. Höhere Preise sind wahrscheinlicher als niedrige? Beim Wasserversorger in Wetzlar kritisierten die Kartellbehörden den Wasserpreis des weitgehend privaten Unternehmens als deutlich zu hoch. Der Wasserversorger ging dann in kommunale Hand über und entzog sich dadurch der Preisaufsicht der Kartellbehörden: Jetzt darf das Wasser wieder teurer werden.alf

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