Wirtschaft : Freispruch

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Man hätte annehmen können, jeder wäre erleichtert zu erfahren, dass die Aussagen von hochrangigen Offizieren sowie die Informationen aus Militär und Strafgerichtsverfahren die meisten zivilen und militärischen Führer von dem Vorwurf befreit haben, sich im Abu Ghraib-Skandal über die Misshandlung irakischer Gefangener schuldig gemacht zu haben. Stattdessen hat der jüngste Untersuchungsbericht der US-Armee, der zu diesem Schluss gelangt, Vorwürfe über Schönfärberei ausgelöst.

Dieses Jammern sagt mehr über die Ankläger aus als über irgendwelche Fakten, die in dem Jahr seit Bekanntwerden des Skandals ans Licht gekommen sind. Über Monate strapazierten die Medien und die Demokraten im US-Kongress die Abu-Ghraib-Vorfälle im US-Wahljahr 2004 mit dem Ziel, dem Irakkrieg die moralische Rechtfertigung zu entziehen und US-Präsident George W. Bush zu diskreditieren. Nachdem ihre Hypothese über schlimme Verschwörungen innerhalb der Befehlsstrukturen nicht standgehalten hat, weigern sie sich, das einzugestehen. Stattdessen ging Senator Ted Kennedy in der vergangenen Woche erneut zum Angriff über und warf sowohl dem US-Militär als auch der Bush-Administration moralische Perfidie vor.

Ja, es hat im Irak Misshandlungen gegeben. Doch Misshandlungen passieren im Krieg und auch in Zivilgefängnissen. Für Behauptungen, die Misshandlungen seien „systematisch“ erfolgt oder seien von Vorgesetzten angeregt oder geduldet worden, konnten keine Beweise vorgelegt werden. Wie die unabhängige Untersuchungskommission unter Vorsitz des ehemaligen US-Verteidigungsministers Jim Schlesinger – er gehörte eine Zeitlang der Carter-Administration an – unter anderem feststellte, war die Behandlung Gefangener auch nach statistischen Maßgaben – wie etwa der Anteil gemeldeter Misshandlungen pro Häftling – im Irakkrieg insgesamt beispielhaft. Kurz gesagt: Die Darstellung groß angelegter Folterpraktiken, wie sie von den Medien im letzten Jahr gehypt wurden, war vollkommen falsch.

Und hätten militärische Vorgesetzte tatsächlich versucht, die Schuld für Misshandlungen auf die niederen Ränge abzuwälzen, hätte es in der US-Armee einen großflächigen Aufschrei gegeben. Doch die einzigen Militärangehörigen, die behaupten, die Schuld anderer auf sich zu nehmen, sind der verurteilte Unteroffizier Charles Graner und die ehemalige Abu Ghraib-Gefängnisleiterin Brigadegeneralin Janis Karpinski. Die herausragende und bemerkenswerte Wahrheit ist, dass Amerika eigene Landsleute für die Missbräuche in Abu Ghraib bestraft hat. Und das sogar bevor Saddam und seine Leute für die Schrecken, die sie in demselben Gefängnis verbreiteten, zur Rechenschaft gezogen worden sind. Mehr als einige wenige gute Soldaten mussten erleben, wie ihr Ruf durch die Medien und Andeutungen der Demokraten, sie hätten Menschenrechtsverletzungen geduldet, beschmutzt wurde. Sie verdienen eine Entschuldigung.

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