Wirtschaft : Freisprüche in VW-Prozess gefordert

Braunschweig - Im VW-Korruptionsprozess haben die Verteidiger für den früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert und den Ex-Personalmanager Klaus- Joachim Gebauer Freisprüche gefordert. Für den Fall einer Verurteilung plädierten sie am Montag vor dem Braunschweiger Landgericht auf geringe Strafen.

Volkert habe sich entgegen der Anklage keiner Anstiftung zur Untreue schuldig gemacht, argumentierte einer seiner drei Anwälte. Die Frage eines Arbeitnehmers nach mehr Gehalt könne solch einen Vorwurf nicht begründen. Volkert hatte Sonderboni in Höhe von fast zwei Millionen Euro von Ex-Personalvorstand Peter Hartz erhalten. Die Anklage wirft Volkert vor, auf die Zahlungen gedrängt zu haben.

Auch der Anwalt Gebauers verlangte den Freispruch seiner Mandanten. Dieser habe auf Weisung von Hartz gehandelt. „Hätte er den Auftrag nicht befolgt, hätte ihn das den Job und die Karriere gekostet“, sagte sein Verteidiger Wolfgang Kubicki. Gebauer hatte Lustreisen, Sexparties und Geschenke auf VW-Kosten organisiert, nachdem Hartz ihn aufgefordert hatte, die Spitze der Betriebsräte „großzügig und wertschätzig“ zu behandeln.

Sollte das Landgericht dem nicht folgen, käme laut Kubicki höchstens Beihilfe zur Begünstigung von Betriebsräten als Straftatbestand in Betracht. Dafür sei eine Verwarnung ausreichend – allenfalls eine geringe Geldstrafe, etwa 90 Tagessätze à 60 Euro. Bei einer Verurteilung von Volkert verlangte dessen Anwalt Johann Schwenn, eine Strafe dürfe nicht über zwei Jahren Haft liegen und müsste zur Bewährung ausgesetzt werden – allenfalls kombiniert mit einer Geldstrafe. dpa

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