Wirtschaft : Fresenius Medical Care: Dialysekonzern kauft US-Konkurrenten Everest Healthcare

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) will den US-Wettbewerber Everest Healthcare Services für umgerechnet 779 Millionen Mark kaufen und sein Engagement in den USA dadurch ausbauen. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits unterzeichnet worden, teilte die in Bad Homburg ansässige FMC mit. In dem Übernahmepreis seien bestehende Schulden der Everest enthalten, hieß es. Die Übernahme stehe noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der entsprechenden Kartellbehörden. Analysten äußerten sich positiv zu dem geplanten Zukauf und bezeichneten den Kaufpreis als angemessen.

"Wir rechnen mit einer leichten Steigerung des Ergebnisses je Aktie 2001", sagte ein Sprecher zu den erwarteten Auswirkungen des geplanten Zukaufs. Er fügte hinzu, Everest Health Care sei eine der "letzten großen Möglichkeiten" gewesen, auf dem US-Markt zuzukaufen. Die Akquisition solle zu einem Drittel in bar und zu einem weiteren Drittel durch die Übernahme der Schulden beglichen werden. Dabei solle ein Teil der Übernahme durch die im laufenden Jahr eingeleitete Kapitalerhöhung finanziert werden. Das restliche Drittel des Kaufpreises werde durch Ausgabe von bis zu 2,25 Millionen neuen Vorzugsaktien bezahlt.

Das in Oak Park im US-Bundesstaat Illinois ansässige Unternehmen ist im Osten und Mittleren Westen der Vereinigten Staaten mit rund 70 eigenen Dialysekliniken einer der größten Anbieter von Dialyse-Dienstleistungen in den USA. Everest Healthcare versorge rund 6800 Patienten in den USA. In den ersten drei Quartalen habe Everest bei einem Umsatz von umgerechnet rund 386 Millionen Mark einen Reingewinn von etwa drei Millionen Mark erwirtschaftet.

Analysten äußerten sich positiv zu dem geplanten Zukauf. Die Übernahme sei ein weiterer Beleg für die Expansionsstrategie des Konzerns, sagte Meng Si, Analystin der Bankgesellschaft Berlin. "Der Übernahmepreis ist zudem angemessen." Rechne man wie in der Branche üblich den Kaufpreis auf den einzelnen Patienten hoch, so ergebe eine Summe pro Patient von umgerechnet 113 500 Mark, und das sei "nicht zuviel".

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