Wirtschaft : Friesennerz

Der Preis für die Regenjacken hängt vom Material ab

Christian Backe

PREIS DER WOCHE

Vor 20 Jahren galt das Tragen einer gelben Regenjacke aus wasserdichtem Kunststoff noch als politisches Bekenntnis: Friedens- und Protestbewegte schützten sich mit ihr vor den Wasserwerfern der Polizei. Heute hängt sie wieder an ihrem Herkunftsort: in Sport- und Yachtgeschäften. Die quietschgelbe PVC-Regenjacke, der Friesennerz, ist nach Friesland benannt, der windigen und regnerischen Region an der Nordseeküste. Von deren Ferieninseln aus trat er einst seinen Siegeszug an. Die Preise für Friesennerze sind überraschend stabil – seit Euro-Einführung habe sich kaum etwas verändert, sagt Hannelore Osterberg, Verkäuferin im „Hamburger Laden“. Der Segelausstatter aus Berlin führt ein Modell von Jeantex für 39,95 Euro und eins von Helly Hansen für 29,90 Euro. Die Preisdifferenz steckt im Material: Länger geschnittene Jacken sind teurer, solche mit Baumwoll-Innengewebe auch. Ulf Reymers, Einkäufer des Cuxhavener Fischereiausrüsters „Cux-Trawl“ empfiehlt Friesennerze ganz ohne Futter: „Die Beschichtung ist ja wasserdicht, auch von innen. Also saugt sich das Futter mit der Zeit voll Schweiß. Wenn man die Jacke nicht regelmäßig wäscht, fängt das schnell an zu muffen.“ Reine Plastiknerze sind deutlich billiger: Das günstigste Modell kostet bei Cux-Trawl 6,10 Euro. Profi-Fischer trügen eher einen Friesennerz des schwedischen Herstellers Grundén mit einer dickeren Beschichtung, die außerdem fischsäurebeständig sei. Kostenpunkt: 56,90 Euro. Dieser Preis liegt laut Reymers doppelt so hoch wie vor 20 Jahren.Foto: G. Peters

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