Wirtschaft : Frischer Wind aus dem Ruhrpott

MICHELLE SCHMITZ

"Nur wenn die Mitarbeiter wissen, wohin die Reise geht, sind sie zu motivieren", sagt Stephan Mies, Kopf der Korsch Pressen AG.Ein Unternehmen müsse für die Mitarbeiter transparent sein und seine Ziele klar darstellen.Ansonsten könne sich der Mitarbeiter nicht mit dem Produkt und schon gar nicht mit dem Unternehmen identifizieren.Der Dortmunder fährt gut mit seiner Strategie: Denn die Korsch Pressen AG ist auf Erfolgskurs.Der weltweit operierende Tablettenpressen-Hersteller ist einer der erfolgreichsten und renommiertesten in der Branche.In diesem Jahr erzielt das Unternehmen einen Umsatz von rund 38 Mill.DM.

Dies war nicht immer so.Als Mies, der in Kiel Maschinenbau studiert hatte, vor rund fünf Jahren mit Mitte 30 Jahren nach Berlin kam, um die Leitung der Gesellschaft zu übernehmen, waren die Strukturen eingerostet.Das Auslandsgeschäft steckte in Kinderschuhen, überhaupt fehlte eine frische Brise.Die brachte Stephan Mies hinein.Weltoffen und ehrgeizig baute er innerhalb weniger Jahre das Vertriebsnetz aus.Der Markt in den USA wurde erweitert und in Asien neu erschlossen."Es war richtig spannend", erinnert er sich an seinen Neuanfang.Getrieben von Pioniergeist, reiste er zu der damaligen Niederlassung in den USA.Den Begriff Niederlassung findet er zu hochtrabend, denn dort war vor fünf Jahren nur ein Mann tätig, der die Geschäfte von seiner Wohnung aus regelte.Die Ereignisse in den USA schildert er wie folgt: "Zu zweit zogen wir los und setzten uns mit den Kunden in Kontakt." Daß die Mission erfolgreich war, zeigen die Statistiken.36 Prozent des Umsatzes der Korsch Pressen AG werden jetzt in Nordamerika erwirtschaftet.Die Neugierde und der Ehrgeiz, "das vorhandene Potential" auszuschöpfen, prägen noch immer sein Handeln.Die Markterschließung in Südostasien wird derzeit vorangetrieben.Das Unternehmen gründete in diesem Jahr dort eine Tochtergesellschaft.Auch die gerade veranstaltete Hausmesse, die zweite seit Unternehmensgründung, zeige die Aufbruchsstimmung.

Zu seiner Wahlheimat Berlin sagt er, es sei eine reizvolle Stadt mit einem enormen kulturellen Angebot, das er gerne nutze.Die Berliner Schnauze sei allerdings gewöhnungsbedürftig.Anfangs habe ihn die etwas derbe Art ein bißchen verschreckt.Aber nach einer Weile habe er festgestellt, daß es häufig nicht so gemeint sei.Obwohl er sich mittlerweile in Berlin wohlfühlt, hängt sein Herz am Ruhrpott, wo auch viele seiner Freunde leben.Heimat ist und bleibt eben für ihn Dortmund, wo er geboren wurde.Was ihn aber nicht daran hindert, ab und an in die Ferne zu schweifen - reisen ist sein Hobby.

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