Wirtschaft : Frisches Blut für Medizintechnikfirmen

Risikokapital-Fonds der Jungunternehmer im Focus Mediport

BERLIN (jojo).Junge Berliner Medizintechnikfirmen wollen sich jetzt Geld über einen Risikokapital-Fonds beschaffen.Die im Steglitzer Gründerzentrum Focus Mediport ansässigen Unternehmen planen, damit 15 bis 20 Mill.DM für ihr aufstrebendes Geschäft zu bekommen.Seit Eröffnung im Juni 1996 sind in dem ehemaligen Fabrikkomplex 60 Prozent der Flächen an junge Firmen vermietet worden, die mittlerweile 75 Mitarbeiter beschäftigen.Das Land unterstütze die Existenzgründer mit Mietsubventionen von 3,5 Mill.DM bis ins Jahr 2001, sagte Wirtschaftssenator Elmar Pieroth am Donnerstag. "So klein soll das Kunstherz einmal werden." Johannes Müller hält das silberglänzende, handflächengroße Metallgehäuse neben das bislang übliche Herzunterstützungsgerät: Die Neuentwicklung ist nur noch halb so groß.In zwei Jahren will der Mediziner soweit sein, das Kunstherz auf den Markt bringen zu können.Müller, Oberarzt am Deutschen Herzzentrum Berlin und Geschäftsführer der Mediport Kardiotechnik GmbH, ist Geschäftsführer eines der zwölf Unternehmen im Mediport.Die Firma hat er vergangenen November gegründet.Mittlerweile stehen 19 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste.Wenn die Geschäfte erst einmal laufen, sollen es 150 Leute sein. Müller rechnet mit einem Kapitalbedarf für Entwicklung und Vermarktung des Kunstherzens von bis zu 12 Mill.DM.Auch die anderen elf Unternehmen brauchen zwischen 1 und 12 Mill.DM, um ins Geschäft einsteigen zu können.Ein Teil davon soll über den Risikokapital-Fonds in die Unternehmenskassen fließen.Hauptsächlich private Anleger sollen die Anteile kaufen, so Stefan Friese von der Technologieholding VC GmbH.Das Unternehmen betreut in Deutschland 400 Mill.DM an Risikokapital und wird den Aufbau des Fonds in Steglitz begleiten. Der Fonds soll in der Startphase nur eine Minderheitsbeteiligung an den Firmen halten.Die Gründungsväter der Firmen werden zunächst also das Sagen im Betrieb haben.Über vier bis zehn Jahre würden die Risikokapitalanleger ihr Geld in der Regel in jungen Unternehmen investieren, so Friese.In dieser Zeit sei die höchste Rendite zu erzielen. Der Focus Mediport befindet sich in unmittelbarer Nähe des Universitätsklinikums Benjamin Franklin und verschiedener anderer Forschungseinrichtungen.Erkenntnisse der Universität sollen damit unmittelbar in Produkte umgesetzt werden.So ist derzeit ein Unternehmen in der Gründung, das aus einem Sonderforschungsbereich am Virchow-Klinikum hervorgeht.

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