Wirtschaft : Fristverlängerung im Bau-Tarifstreit

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Berlin (dpa). Im Tarifkonflikt des Baugewerbes hat Schlichter Heiner Geißler (CDU) beiden Seiten eine letzte Frist für eine friedliche Einigung bis Samstagmittag 12 Uhr gegeben. Nach einem mehr als 18-stündigen Verhandlungsmarathon am Mittwoch zeigte sich Geißler zuversichtlich, dass ein Arbeitskampf auf den Baustellen noch abgewendet werden kann. Die IG Bau als auch die Arbeitgeber sprachen von einer Annäherung. „Von einem Ergebnis sind wir aber noch weit entfernt“, betonte die Gewerkschaft.

   Die Schlichtung soll an diesem Freitagnachmittag in Berlin fortgesetzt werden. Die IG Bau fordert für die 950 000 Beschäftigten 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden. Die Arbeitgeber hatten am Mittwoch ein erstes Angebot in einer Größenordnung von 1,5 Prozent vorgelegt.       Der frühere CDU-Generalsekretär begründete die Fristverlängerung damit, dass es berechtigte Hoffnung auf eine Einigung gebe. Trotz der Annäherung verständigten sich die Parteien nach Angaben aus Verhandlungskreisen aber in keinem einzigen der strittigen Punkte. Dazu gehören die Neueinteilung der Lohngruppen und die Angleichung der Mindestlöhne auf ein bundesweit einheitliches Niveau. Derzeit liegt der Mindestlohn im Westen bei 9,80, im Osten bei 8,63 Euro.

   Im Mittelpunkt der Gespräche bis tief in die späte Nacht stand der 100 Seiten umfassende Bundesrahmentarifvertrag, den die Arbeitgeber gekündigt hatten. Die Entscheidung über Lohn und Gehalt wollen sich beide Seiten bis zum Schluss der Verhandlungen aufheben.

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