Wirtschaft : Frühjahr brachte neue Pleitewelle

BERLIN (dpa).Die Pleitewelle in Deutschland hat sich im April erneut verstärkt.Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag wurden den Gerichten 2930 Insolvenzen gemeldet - 7,4 Prozent mehr als im April letzten Jahres.Damit setzt sich der Anstieg der Insolvenzzahlen seit nunmehr sechs Jahren in Folge fort.Nach Berechnungen der Hermes Kreditversicherungs-AG betragen die betriebs- und volkswirtschaftlichen Verluste aus Insolvenzen in diesem Jahr voraussichtlich 40 Mrd.DM.Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform haben im ersten Halbjahr 1998 vermutlich 247 000 Menschen ihren Arbeitsplatz wegen eines Konkurses verloren.

Im ersten Jahresdrittel (Januar bis April) konnten 9488 Firmen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen - ein Anstieg um 9,7 Prozent.Zumindest einen kleinen Lichtblick haben die Statistiker ausgemacht: Die Zunahme der Pleiten konzentriere sich vor allem auf kleine Unternehmen von Einzelkaufleuten und Kleingewerbetreibenden.Die Insolvenzen größerer Firmen hätten hingegen nur geringfügig zugenommen.

Im früheren Bundesgebiet registrierte das Statistische Bundesamt im April ein Plus von sechs Prozent auf 2059 Insolvenzen.Darunter befanden sich 1633 Unternehmen (plus 4,8 Prozent) - der Rest waren zahlungsunfähige Privatpersonen und Nachlaßkonkurse.In den neuen Ländern fiel der Anstieg stärker aus.Dort wurden im April 871 neue Insolvenzfälle gezählt - eine Zunahme von 10,7 Prozent.Die Unternehmenspleiten stiegen dabei um 17,3 Prozent auf 793.Von Januar bis April erhöhte sich die Zahl der Insolvenzen damit auf 3244 (plus 15,8 Prozent) und die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf 2895 (plus 18,1 Prozent).

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