Frühjahrsgutachten : Konjunkturexperten optimistischer als Bundesregierung

Die Wirtschaft in Deutschland wird im laufenden Jahr nicht so stark wachsen wie angenommen. Schwarz-Gelb hat mit seiner Prognose allerdings zu tief gestapelt, meinen die führenden Wirtschaftsinstitute.

Stahl ist aufgrund der gebremsten Konjunktur derzeit nicht sehr gefragt. Konzerne wie Thyssen-Krupp - hier in Duisburg - spüren das deutlich.
Stahl ist aufgrund der gebremsten Konjunktur derzeit nicht sehr gefragt. Konzerne wie Thyssen-Krupp - hier in Duisburg - spüren...Foto: dpa

Führende Konjunkturforscher trauen der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr weniger Wachstum zu als bisher. In ihrem Frühjahrsgutachten erwarten die Institute für 2013 nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von einer Person erfuhr, die mit den Daten vertraut ist.

Im Oktober hatten die Fachleute noch ein Plus von 1,0 Prozent veranschlagt. Grund für die Prognosesenkung sei unter anderem die Schwächephase Ende 2012. Für das kommende Jahr rechnen die Experten den Kreisen zufolge mit einem beschleunigten Wachstum von 1,9 Prozent.

Die Wissenschaftler veröffentlichen ihr Gutachten im Auftrag der Bundesregierung am Donnerstag. Die Daten gelten als Grundlage für die Schätzung der Regierung und als Basis für die Aufstellung der öffentlichen Haushalte. Bisher geht die Regierung für 2013 nur von 0,4 Prozent Wachstum aus und erwartet für nächstes Jahr ein Plus von 1,6 Prozent.

Der Euro-Zone sagen die Institute laut "Bild"-Zeitung in diesem Jahr noch ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft um 0,4 Prozent voraus. Erst im kommenden Jahr werde es im Währungsraum mit 0,9 Prozent wieder aufwärtsgehen.

Zum Konsortium der insgesamt acht Institute gehören das Münchner Ifo, das Kieler IfW, das Essener RWI und das IWH aus Halle. (rtr)

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