Frühjahrsgutachten : Ökonomen erhöhen Wachstumsprognose deutlich

Die deutsche Wirtschaft wird im laufenden Jahr um knapp drei Prozent wachsen, heißt es im Frühjahrsgutachten führender Institute. "Beachtliche Risiken" belasten diese Prognose allerdings.

Die Containerhäfen in Deutschland haben wieder gut zu tun.
Die Containerhäfen in Deutschland haben wieder gut zu tun.Foto: dpa

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in diesem Jahr um fast drei Prozent wachsen und die Zahl der Arbeitslosen weiter sinken lassen. In ihrer Gemeinschaftsdiagnose vom Donnerstag erhöhten die Institute ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 2,8 Prozent gegenüber den zwei Prozent, die sie im vergangenen Herbst erwartet hatten. Auch im nächsten Jahr werde der Zuwachs mit 2,0 Prozent noch relativ kräftig bleiben.

"Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird sich angesichts des kräftigen Aufschwungs weiter verbessern", hieß es in dem Frühjahrsgutachten. Die durchschnittliche Arbeitslosenzahl dürfte dieses Jahr um rund 350.000 auf knapp 2,89 Millionen im Jahresdurchschnitt von sinken. Im nächsten Jahres werde sie dann auf 2,71 Millionen absacken. Das bedeutet einen Rückgang der Arbeitslosenquote von 7,7 Prozent 2010 auf letztlich 6,5 Prozent 2012.

Zugleich wird die Beschäftigung in Deutschland weiter zunehmen, wenn auch mit geringerem Tempo. Für das laufende Jahr rechnen die Institute mit einem Plus von 430.000 Erwerbstätigen, im nächsten Jahr mit einem Anstieg um 275.000.

Allerdings drohen nach Angaben der Experten zunehmende Gefahren für die Preisstabilität angesichts von Kostenanstiegen, etwa im Rohstoffbereich. Per Saldo werde die Inflationsrate in diesem Jahr auf 2,4 Prozent im Jahresdurchschnitt steigen, dann aber 2012 wieder auf 2,0 Prozent sinken. Die Lage der öffentlichen Haushalte wird sich verbessern. Im laufenden Jahr rechnen die Institute mit einer Defizitquote von 1,7 Prozent, im nächsten Jahr von 0,9 Prozent.

Die Prognose ist den Instituten zufolge mit "beachtlichen Risiken" belastet. Dazu zählen die Entwicklung der Rohstoffpreise sowie die Unsicherheit über die Auswirkungen der Japan-Katastrophen und der Turbulenzen in Nordafrika. (rtr)

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