Wirtschaft : Frühstarter im Vorteil

Der Weg zum Wunschberuf fängt in der Schule an

Selina Byfield

Bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz zählen vor allem drei Dinge: Motivation, Durchhaltevermögen und gutes Timing – ein kleiner Schlachtplan.

Das Schuljahr hat begonnen und damit für die Neuntklässler der Sekundarschulen auch die Zeit, in der sie sich erste Gedanken über ihrer berufliche Zukunft machen müssen. „Am besten fängt man schon zu Beginn des vorletzten Schuljahres an, sich zu informieren“, sagt Nadine Drescher, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur Berlin-Süd. Denn das Unterfangen kostet Zeit. „Viele Jugendliche machen sich falsche Vorstellungen von ihrem Traumberuf und verwerfen ihre Ideen mehrmals wieder.“

Zahlreiche Internet-Portale bieten Informationen zu möglichen Berufsbildern. Hier erfährt man, welche Fähigkeiten und Vorkenntnisse Bewerber mitbringen sollten. Außerdem können die Jugendlichen testen, welcher Beruf zu ihren Interessen passt und welche Alternativen es gibt, falls Notendurchschnitt oder Schulabschluss für den Wunschberuf nicht ausreichen. Auch in den Berufsinformationszentren (BIZ) der Arbeitsagentur kann man nach Ausbildungsprofilen stöbern. Wem das persönliche Gespräch lieber ist, kann sich an die dortigen Berufsberater wenden. Sie haben regelmäßige Sprechstunden in den Schulen; weitere Termine vereinbart man am besten telefonisch.

Mindestens ein Jahr vor dem geplanten Ausbildungsbeginn, sollte man seine Bewerbungsunterlagen verschicken. Einige große Unternehmen wie Banken und Versicherungen planen sogar bis zu anderthalb Jahre im Voraus. Am besten nutzt man die Sommerferien. Denn: „In der zehnten Klasse müssen sich die Jugendlichen auf die Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss vorbereiten. Darauf sollte man sich voll konzentrieren können“, empfiehlt Nadine Drescher.

Sind die Unterlagen erst einmal verschickt, braucht man vor allem Geduld. Bis eine Entscheidung fällt, kann es mehrere Monate dauern. „Es kommt aber auch vor, dass Bewerber keine Antwort erhalten. Da kann man nach vier Wochen ruhig mal telefonisch nachfragen“, sagt Drescher.

Adressen von Ausbildungsbetrieben findet man in der Online-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, auf den Internetseiten der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern und in Tages- und Wochenzeitungen. Auch die Berufsberater der Arbeitsagentur helfen bei der Lehrstellensuche. Sie erstellen ein Bewerberprofil aus Schulnoten, praktischen Erfahrungen und Wunschberufen. Um von der Arbeitsagentur eine Lehrstelle vermittelt zu bekommen, müssen die Jugendlichen allerdings bestimmte Voraussetzungen mitbringen. „Am wichtigsten sind Engagement, Zuverlässigkeit, Motivation und Pünktlichkeit“, so die Berufsberaterin.

Wer keine Lehrstelle findet oder keinen Schulabschluss hat, kann die Zeit bis zum nächsten Ausbildungsjahr mit einer Berufsvorbereitenden Maßnahme überbrücken: Bis zu zehn Monate lang können Jugendliche unter 25 Jahren in verschiedene Berufe hineinschnuppern und zeitgleich den Schulabschluss nachholen oder verbessern. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, in eine von der Arbeitsagentur geförderte, außerbetriebliche Ausbildung übernommen zu werden.Selina Byfield

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