• Führungsfrage bei Hypo-Vereinsbank ist geklärt Vorstandskollege Rampl soll Nachfolger von Schmidt werden

Wirtschaft : Führungsfrage bei Hypo-Vereinsbank ist geklärt Vorstandskollege Rampl soll Nachfolger von Schmidt werden

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München (nad). Im Wettbewerb um die Nachfolge von Hypo-Vereinsbank-Chef Albrecht Schmidt ist offensichtlich eine Entscheidung gefallen: Nach Informationen aus Bankenkreisen soll der für den Bereich Firmenkunden und Märkte zuständige Vorstand Dieter Rampl künftig die zweitgrößte deutsche Geschäftsbank führen. Rampl kristallisiere sich als der klare Favorit für die Nachfolge heraus, hieß es am Freitag.

Den Kreisen zufolge wird bei der Aufsichtsratssitzung am 23. Oktober voraussichtlich die Entscheidung für Rampl fallen. Ein Sprecher der Hypo-Vereinsbank wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Bankchef Schmidt, der auf der Hauptversammlung im Mai kommenden Jahres abtreten will, hatte bisher nur verraten, dass sein Nachfolger „schon an Bord“ sei. Neben Rampl wurden bisher auch der Finanzmarkt-Vorstand Stephan Bub und der für das Vermögensmanagement zuständige Stefan Jentzsch als potenzielle Nachfolger gehandelt.

Rampl gilt in Bankenkreisen als die konservativste Lösung, da er das traditionelle Geschäft verantwortet und schon Jahrzehnte lang bei der Gruppe arbeitet. Der 55-jährige Münchner kam bereits im Jahre 1968 zur Hypo-Vereinsbank. Nach einem siebenjährigen Gastspiel bei der BHF-Bank kehrte er im Jahre 1994 zur Vereinsbank zurück. Ein Jahr später stieg er in den Vorstand auf. Rampl brachte das strategisch wichtige Firmenkundengeschäft auf die Erfolgsspur.

Angesichts der Branchenflaute und vieler anstehender Umstrukturierungen im Münchner Konzern gilt die Personalentscheidung auch als Richtungsentscheidung für die Zukunft. „Einer wie Rampl würde sicher etwas mehr Ruhe ins Haus bringen", sagte ein Mitarbeiter.

Die könnte die Hypo-Vereinsbank im Moment auch gut gebrauchen: Die Bank erlebt gerade ihr schwerstes Jahr seit Kriegsende und ist im zweiten Quartal auch operativ in die roten Zahlen gerutscht. Der Börsenwert hat in den vergangenen Monaten stark unter der Schwäche der Finanzmärkte und schwachen Margen gelitten. Hartnäckige Gerüchte, die Hypo-Vereinsbank sei an der Übernahme der Commerzbank interessiert, sorgten bei dem Kreditinstitut in letzter Zeit zusätzlich für Wirbel. Der Aktienkurs legte am Freitag um 7,72 auf 14,79 Euro zu.

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