Wirtschaft : Führungswechsel bei AMD

NEW YORK (rtr). Der amerikanische Chiphersteller Advanced Micro Devices Inc. (AMD), größter Konkurrent von Intel, hat für das zweite Quartal einen hohen operativen Verlust ausgewiesen. Völlig überraschend kündigte AMD-Präsident S. Atiq Raza am Mittwoch abend nach Börsenschluß seinen Rücktritt an - wie offiziell verlautete, aus persönlichen Gründen. Raza war für das Tagesgeschäft und die technische Leitung des Unternehmens verantwortlich. Nach Angaben des Unternehmens wird Unternehmenschef W.J. Sanders den Posten übergangsweise übernehmen.Der Chiphersteller, der in Dresden ein großes Chipwerk betreibt, hatte zuvor die Zahlen für das zweite Quartal bekanntgegeben: Demnach hat sich der Umsatz gegenüber der Vorjahresvergleichszeit um 13 Prozent auf 595 Mill. Dollar erhöht. AMD verdiente 79,9 Mill. Dollar gegenüber einem Verlust von 64 Mill. Dollar im zweiten Quartal 1998. Allerdings ist dies auf einen einmaligen Sondergewinn in Höhe von 259 Mill. Dollar aus dem Verkauf der AMD-Tochterfirma Avantis zurückzuführen. Klammert man alle Sonderfaktoren aus, dann verbuchte AMD in der Berichtszeit einen Verlust von 162 Mill. Dollar.Dies war erwartet worden. Als größeren "Schock" bewertete die Börse den Rücktritt von Raza. Analysten sagten, dies sei ein großer Verlust für AMD. Raza sei die Schlüsselfigur gewesen, um wieder Vertrauen zu dem Unternehmen zu entwickeln. Ohne den Kapitän an Bord werde eine Rückkehr in die Gewinnzone schwierig. Raza war sowohl in der Entwicklung der erfolgreichen K6-Chips wie auch in der Entwicklung der nächsten Chip-Generation Athlon beteiligt. Er galt als Favorit für die Nachfolge von Firmenchef Sanders. Raza sagte zu seinem Rücktritt lediglich, dieser habe persönliche Gründe. "Er hat mit der Zukunft von AMD nichts zu tun".

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