Führungswechsel : Ex-Hochtief-Chef Keitel ist neuer BDI-Präsident

Führungswechsel beim wichtigsten deutschen Wirtschaftsverband: Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat den früheren Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel am Montag einstimmig an die Spitze gewählt.

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Hans-Peter Keitel -Foto: dpa

BerlinDer 61-Jährige Keitel löst Jürgen Thumann zum 1. Januar 2009 als Präsident des wichtigsten deutschen Wirtschaftsverbandes ab. Er übernimmt das Amt inmitten der Wirtschafts- und Finanzkrise. Thumann wurde 2005 Industriepräsident und folgte Michael Rogowski. Er hatte im Sommer überraschend auf eine dritte Amtszeit verzichtet. Thumann war nicht unumstritten. In seiner zweiten Amtszeit misslang die Suche nach einem Nachfolger des langjährigen BDI-Hauptgeschäftsführers Ludolf von Wartenberg im ersten Anlauf. Zudem gab es wiederholt Debatten über eine Fusion mit dem Arbeitgeberverband BDA.

Sein Nachfolger Keitel ist seit 2005 Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und BDI-Vizechef. Von 1992 bis 2007 war Keitel Vorstandschef des Essener Baukonzerns Hochtief. Er wechselte im vergangenen Jahr in den Aufsichtsrat. Thumann bleibt Vizepräsident des Industrieverbands. Zum Präsidium gehören künftig auch BASF-Chef Jürgen Hambrecht, ThyssenKrupp-Vorstandschef Ekkehard Schulz und der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann.

Der scheidende BDI-Chef Thumann forderte Steuererleichterungen, indem schleichende Steuererhöhungen infolge höherer Löhne ("kalte Progression") vermieden werden. Er appellierte an die Banken, die Unternehmen ausreichend mit Krediten zu versorgen. Die Bundesregierung forderte er auf, öffentliche Investitionen schnell umzusetzen. (imo/dpa)

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