Führungswechsel : Stühlerücken bei VW geht weiter

Der Volkswagenkonzern steht wohl vor einem weiteren Wechsel im Vorstand. VW-Markenchef Bernhard soll seinen Stuhl räumen. Porsche dementierte Gerüchte, wonach VW komplett übernommen werden soll.

Wolfsburg - Möglicher Grund für den Rücktritt von Bernhard sei die vom künftigen Vorstandschef Martin Winterkorn angekündete Umstrukturierung der Führung, bei der Bernhard an Einfluss verlieren würde. Der Sportwagenhersteller Porsche wies Spekulationen zurück, er wolle die Macht bei VW übernehmen.

Bernhard war Anfang 2005 vom Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder als Sanierer für die Kernmarke VW mit ihren sechs deutschen Werken nach Wolfsburg geholt worden. Der designierte neue Vorstandschef Winterkorn wolle ihn nun aber nur zum Produktionsvorstand machen, berichtete das "Managermagazin". Für die Spitze der neu zu formierenden Markengruppe VW sei der Europa-Chef von General Motors, Carl-Peter Forster, vorgesehen.

Der Rücktritt von Bernhard wurde bereits am Abend erwartet. Am Nachmittag trat das Präsidium des Aufsichtsrats in Wolfsburg zusammen, um die Aufsichtsratssitzung am Freitag vorzubereiten. Der Aufsichtsrat soll Winterkorn, den bisherigen Chef der VW-Tochter Audi, zum neuen Vorstandschef ab 2007 berufen. Den Führungswechsel hatte Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch auch mit Unterstützung der Arbeitnehmervertreter durchgesetzt. Dagegen soll sich im Präsidium nur Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) gewehrt haben.

Porsche: Keine Machtübernahme in Wolfsburg

Piëch ist auch das wichtigste Mitglied des Porscheclans. Der Sportwagenhersteller, inzwischen noch vor dem Land Niedersachsen größter Aktionär bei VW, versicherte am Donnerstag noch einmal, er wolle über die jetzt angepeilten 29,9 Prozent hinaus keine weiteren Anteile an VW erwerben. Die von Porsche zuvor angekündigte Kapitalerhöhung hatte zu Spekulationen geführt, er wolle endgültig die Macht in Wolfsburg übernehmen.

Ein Sprecher der niedersächsischen Landesregierung versicherte, man habe keinerlei Zukaufspläne. Gegenwärtig halten das Land 20,8 Prozent und Porsche 27,4 Prozent. Der bislang drittgrößte Aktionär, die US-Kapitalgesellschaft Brandes senkte ihren Anteil inzwischen, so die entsprechende Finanzanzeige, auf unter zwei Prozent. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wird das VW-Gesetz mit seiner Stimmrechtsbeschränkung auf 20 Prozent der VW-Anteile am 12. Dezember mündlich verhandeln. Erwartet wird, dass der EuGH das Gesetz kippt. (tso/AFP)

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