Wirtschaft : Fünf Ideen für die Region

Nominierte für den Innovationspreis Berlin Brandenburg vorgestellt / Preisverleihung am 23. November.

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So viele Ideen. Die fünf für den Preis nominierten Unternehmen aus Berlin und Brandenburg konnten sich unter 102 Bewerbungen durchsetzen. Foto: Thilo Rückeis
So viele Ideen. Die fünf für den Preis nominierten Unternehmen aus Berlin und Brandenburg konnten sich unter 102 Bewerbungen...

Berlin - Bei Kandidat Nummer fünf brennt plötzlich ein Schiff. Die Stargate Germany GmbH mit Sitz in Potsdam-Babelsberg ist für ihre Erfindung für den Innovationspreis Berlin Brandenburg 2012 nominiert worden. Das Produktionssystem ermöglicht es Filmteams, virtuelle Hintergründe beim Dreh in Echtzeit zu projizieren. Zur Erklärung zeigt Kreativdirektor Matthias Haase Szenen bekannter Filme, bei denen man wahlweise den digital aufbereiteten Hintergrund sehen kann, oder aber die grüne Leinwand, auf die diese projiziert wird. „Wir zeichnen das ganze schon beim Dreh auf“, sagt er. Das vereinfache die Postproduktion stark und senke die Kosten.

Das Ende des vergangenen Jahres gegründete Unternehmen ist eines von fünf Nominierten für den Innovationspreis, der in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben wird. 102 Bewerbungen sind bei der Jury um den Präsidenten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Manfred Hennecke, eingegangen. Das sind weniger als im Vorjahr, damals bewarben sich mehr als 150 Unternehmen. Die Auswahlkriterien sind seit Jahren gleich, sagt Hennecke: „Wir suchen nach Neuigkeitswert und Marktchance. Weder das eine noch das andere allein reicht.“ Man versuche, die besten Innovationen der Region zu ermitteln und deren Marktzugang zu flankieren, so Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU): „Wir wollen Ihren Markterfolg, egal, ob Sie gewinnen oder nicht.“

Auch die Lum GmbH steht auf der Nominierungsliste. Das neue Messgerät der Firma aus Berlin-Adlershof kann simultan bis zu acht Proben darauf testen, ob ihre Bestandteile gut zusammenkleben oder wie eine Beschichtung auf Belastung reagiert. Das spart viel Zeit. Und zu untersuchen gibt es viel. „Die Oberfläche von mehr als 90 Prozent der Produkte auf dem Markt ist modifiziert“, erklärt der Entwicklungsingenieur Uwe Rietz, „unsere Zielmärkte sind die Automobilindustrie und die Luft- und Raumfahrt“. In diesen Branchen werde viel mit Klebungen und Beschichtungen gearbeitet.

Aus der Gesundheitswirtschaft sind zwei Innovationen nominiert worden. Der „Hana Oncolyzer“ ist in Zusammenarbeit des Hasso Plattner Instituts in Potsdam, der Charité und des Softwareanbieters SAP entstanden. Er soll Medizinern und Wissenschaftlern Daten zu Krebserkrankungen in Echtzeit auf dem iPad zur Verfügung stellen und so die Entscheidung darüber erleichtern, welche Therapie für den Patienten geeignet ist. Dafür wird die Patientenakte mit den Krankheitsverläufen anderer Fälle seiner Krebsart und aktuellen Forschungsergebnissen verknüpft. Die Daten bleiben dabei auf dem Server des Krankenhauses.

Bei der Getemed Medizin- und Informationstechnik AG haben Forscher eine mobile Untersuchungsstation entwickelt, über die Patienten von zu Hause aus aktuelle Werte wie Blutdruck, Herzrhythmus, Sauerstoffsättigung und Angaben zum Wohlbefinden machen können. Patienten mit schwerer Herzschwäche kann das den häufigen Gang zur Untersuchung im Krankenhaus ersparen. Außerdem soll das System die medizinische Versorgung in dünn besiedelten Gebieten unterstützen, wo Ärzte rar sind. Die Stationen werden bereits in Cottbus und Brandenburg an der Havel getestet, ab 2013 auch von der Charité.

Bei der nominierten Blackcam 4D GmbH ist es gewollt, dass ihr Gerät möglichst wenig auffällt. „Wir haben uns der Aufgabe verschrieben, das weltweit kleinste HD-Kamerasystem zu entwickeln“, sagt Geschäftsführer Jan Karabasz. Die fahrbaren, ferngesteuerten Kameras werden etwa bei Konzerten eingesetzt. „Sie arbeiten ohne Störung für den Künstler oder für das Publikum“, sagt er und zeigt, wie die kleine Kamera auf Schienen über die Bühne saust.

Es könnte sogar sein, dass alle Betriebe ausgezeichnet werden: Am 23. November erhalten bis zu fünf Unternehmen den mit je 10 000 Euro dotierten Preis.

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