Wirtschaft : Fünf Milliarden Verlust

Thyssen-Krupp schreibt tiefrote Zahlen.

Essen/Düsseldorf - Deutschlands größter Stahlkonzern Thyssen-Krupp hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von fünf Milliarden Euro verbucht. Auf das Geschäft mit Stahlwerken in Übersee seien im Geschäftsjahr 2011/2012 Wertberichtigungen von 3,6 Milliarden Euro vorgenommen worden, teilte Thyssen-Krupp am Montagabend nach einer Sitzung des Aufsichtsrates in Essen mit. Im Jahr zuvor hatte der Verlust noch bei 1,8 Milliarden Euro gelegen. Eine Dividende will das Unternehmen nicht ausschütten. Im laufenden Geschäftsjahr peilt der Konzern einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund einer Milliarde Euro an.

„Das Projekt Steel Americas und die verschiedenen Compliance-Verstöße haben nicht nur einen immensen finanziellen Schaden verursacht“, sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Der Konzern habe damit auch an Vertrauen und Glaubwürdigkeit verloren. Der Aufsichtsrat bestätigte die vorzeitige Trennung von den Vorständen Olaf Berlien, Edwin Eichler und Jürgen Claassen. Damit trennt sich das Unternehmen von der Hälfte seines Vorstands.

Thyssen-Krupp wird von den Folgen illegaler Kartellabsprachen, Korruptionsvorwürfen, Schadenersatzforderungen und einem Zerwürfnis des Aufsichtsrats mit dem ehemaligen Management erschüttert. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ waren indes die Chefetagen bei Deutscher Bahn und Thyssen-Krupp offenbar erheblich früher über Absprachen auf dem Schienenmarkt informiert als bislang bekannt. Bereits im Jahr 2000 war die Bahn bei der Aufarbeitung eines Schmiergeldfalls auf das Kartell gestoßen und hatte dieses bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt gemeldet, berichtet die Zeitung unter Berufung auf interne Unterlagen des Staatskonzerns. dpa/rtr/HB

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