Wirtschaft : Für Arbeitslose und Drogenkranke

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Von Alfons Frese

Der Arbeitslose wird demnächst dreigeteilt. Für die Arbeitsämter, die dann Job-Center heißen, ist er entweder ein Informationskunde, ein Beratungskunde oder ein Betreuungskunde. In dieser Reihenfolge. Die harten Fälle sind die Betreuungskunden, Personen mit „erheblichen Vermittlungshemmnissen“, wie die Hartz-Kommission schreibt, um die sich besonders ausgebildete „Fallmanager“ kümmern. Das hört sich ganz gut an. Aber funktioniert es auch?

Der Auftrag der Hartz-Kommission war die Aufstellung einer neuen Struktur der Bundesanstalt für Arbeit. Dazu haben sich die Kommissare zwei Institutionen einfallen lassen, neben dem Job-Center noch die Personal-Service-Agenturen (PSA). Die Agenturen verleihen künftig die Arbeitslosen an die Unternehmer – in der Hoffnung, dass sich die Leiharbeiter bewähren und irgendwann fest eingestellt werden. Das ist schlau ausgedacht, weil die Unternehmer zwar neue Mitarbeiter ausgeliehen bekommen, aber die Risiken einer „normalen“ Einstellung umgehen. Die PSA sind also durchaus erfolgversprechend. Das gilt auch für die Job-Center, die aus den 181 Arbeitsämtern mit knapp 90000 Mitarbeitern hervorgehen. Die Center sollen die Vermittlung der Arbeitssuchenden verbessern und dazu den Kontakt zu den Firmen intensivieren. Daneben sieht Hartz aber auch noch „arbeitsmarktrelevante Beratungs- und Betreuungsleistungen“ vor, also Job-Center als Sozialamt, Jugendamt und Suchtberatungsstelle. Wie kann das gehen? Heutzutage betreut ein Amtsmensch im Schnitt 800 Arbeitslose. Und selbst wenn das künftig in den Ämtern deutlich weniger werden – ist da noch Platz für die Betreuung Drogenkranker?

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