Wirtschaft : Für BASF geht die Party weiter

Auch Aktionäre sollen vom höchsten Gewinn in der Geschichte des Unternehmens profitieren

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Ludwigshafen - In der Großchemie stehen die Zeichen weiter auf Aufschwung. Ähnlich wie zuvor bereits Dow Chemical und Celanese hat das am Mittwoch auch Branchenführer BASF mit guten Quartalszahlen und einem insgesamt optimistischen Ausblick unterstrichen. „Wir sehen keine Indikatoren dafür, dass die Party vorbei ist“, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Hambrecht. Bei unverändert positiver Auftragslage habe sich das Geschäft der BASF seit Jahresbeginn gut entwickelt.

Hambrecht kündigte an, die BASF wolle auch 2006 das Wachstum des Weltchemiemarktes von etwa drei Prozent übertreffen. Anders als Dow-Chef Andrew Liveris verzichtete Hambrecht aber darauf, bereits eine weitere Ertragssteigerung anzukündigen. Vor dem Hintergrund einer unsicheren Öl- und Rohstoffpreis-Entwicklung blieb er vielmehr bei der Formel, man wolle beim operativen Gewinn „an den Erfolg des letzten Jahres anknüpfen“. Mit einer ähnlichen Aussage war der Ludwigshafener Konzern schon in das Jahr 2005 gestartet, um die Prognose anschließend Quartal für Quartal nach oben zu korrigieren.

Auch im vierten Quartal hat der Konzern mit einem Umsatz von 11,7 Milliarden Euro und einem Betriebsgewinn von knapp 1,6 Milliarden Euro vor Sonderbelastungen die Erwartungen vieler Analysten noch leicht übertroffen. Im Gesamtjahr legte der Umsatz um 14 Prozent auf 42,7 Milliarden Euro und der Betriebsgewinn um 17 Prozent auf den neuen Rekordwert von gut 6,1 Milliarden Euro zu. Das Nettoergebnis verbesserte sich um rund die Hälfte auf drei Milliarden Euro, profitierte dabei aber von Veräußerungsgewinnen aus dem Verkauf des Kunststoff-Joint-Ventures Basell und dem Wegfall von Sonderabschreibungen. Die Dividende soll um 0,30 Euro auf zwei Euro erhöht werden. Die Börsianer zeigten sich von den Zahlen allerdings wenig beeindruckt. Der Kurs gab nach. Erst zum Handelsschluss gab es ein kleines Plus von 0,24 Prozent auf 63,15 Euro.

Zusätzlich zum organischen Wachstum verstärkt die BASF auch die Expansion über Zukäufe. So will der Konzern sowohl die Bauchemie-Sparte der Degussa als auch den amerikanischen Katalysatorhersteller Engelhard übernehmen. Hambrecht gab keinerlei neue Informationen zum Stand der beiden Akquisitionsvorhaben. Er bekräftigte jedoch, dass man Engelhard nicht um jeden Preis kaufen wolle, sondern nur zu Konditionen, die profitables Wachstum ermöglichten. Ob der Konzern bereit ist, ein Stillhalteabkommen gegenüber Engelhard zu unterzeichnen, um näheren Einblick in die Bücher des US-Konzerns zu erhalten, ließ er offen. shf (HB)

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