Wirtschaft : Für Berlin ist die Rezession vorbei

DIW erwartet Wachstum im Facheinzelhandel

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Berlin – Die Berliner Wirtschaft wird den Mehrwertsteuer-Schock im neuen Jahr schnell überwinden. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seiner neuen Konjunkturprognose für den Tagesspiegel. Demnach wird die Wirtschaft im ersten Quartal zwar schrumpfen, dann aber wieder spürbar wachsen. Die Forscher sagen für das Gesamtjahr 2007 ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent voraus. Das klingt nicht viel, ist aber immerhin anderthalb mal so viel wie vor zwei Monaten vorhergesagt, als die Prognose noch bei 0,2 Prozent lag.

Der Indikator beruht auf rund 40 Zeitreihen: von Arbeitslosenzahlen über Kfz- Neuzulassungen bis zu ausländischen Fluggästen. Berechnet man ihn rückwirkend, so deckt er sich fast exakt mit dem tatsächlich erzielten Wachstum. Für das zu Ende gehende Jahr erwartet das DIW ein Wachstum von 0,8 Prozent. Das sei den besseren Konjunkturaussichten in ganz Deutschland zu verdanken, aber auch berlinspezifischen Faktoren, vor allem der guten Entwicklung in den Bereichen Verkehr, Industrie und Tourismus.

Die Forscher liegen damit deutlich unter den – traditionell eher optimistischen – Prognosen des Senats oder der Industrie- und Handelskammer (IHK). Im jüngsten Quartalsbericht der Senatsverwaltung für Wirtschaft wird für das laufende Jahr ein Wachstum von „etwas mehr“ als einem Prozent vorhergesagt, die Kammer hatte zuletzt sogar 1,5 Prozent für möglich gehalten. Sämtliche Prognosen sind im Laufe des Jahres aber nach oben korrigiert worden – die Wirtschaft der Hauptstadt wuchs immer schneller, die Rezession ist vorbei.

Auch im Einzelhandel sieht das DIW eine positive Entwicklung. „Für Berlin ist in diesem Jahr ein besonders gutes Weihnachtsgeschäft zu erwarten, das durch die weitgehende Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten noch begünstigt wird.“ Insgesamt seien in der Branche die Krisenjahre vorbei. „In den einzelnen Sparten fällt allerdings das Bild unterschiedlich aus. Nach wie vor schwer tut sich der Lebensmitteleinzelhandel. Umsatzsteigerungen können indes Kaufhäuser und Autohäuser verzeichnen, vor allem wächst aber der sonstige Facheinzelhandel, zu dem die Baumärkte und Elektromärkte zählen“, stellt das DIW fest. mod

Einzelheiten finden Sie im neuen 20-seitigen Heft „Berliner Wirtschaft“, das dem Tagesspiegel am Montag beiliegt. Diesmal ist Einzelhandel der Schwerpunkt.

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