Für die Rente sparen : Vergraben Sie Ihr Geld!

Wir sollen sparen. Sagt die Politik. Und empfiehlt private Vorsorge. Damit es im Rentenalter reicht. Und dann?

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Reicht es für die Rente? Wer weiß.
Reicht es für die Rente? Wer weiß.Foto: dpa

In der vergangenen Woche ist eine Rentenerhöhung verkündet worden. Im Westen Deutschlands beträgt sie 0,25 Prozent. Die Inflationsrate liegt viel höher. Nun, seit Jahrzehnten wird den Leuten ja auch gesagt, dass die Renten sinken werden. Sie sollten deshalb privat vorsorgen. Aber wie?

Einige Leute, die ich kenne, haben Riesterverträge abgeschlossen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass viele dieser Verträge hauptsächlich den Versicherungsunternehmen nützen. Die sogenannte Reform war in Wirklichkeit ein Subventionsprogramm für das Versicherungswesen.

Andere Leute haben auf Direktversicherungen, Betriebsrenten oder betriebliche Versorgungswerke gesetzt. Vor ein paar Jahren wurde beschlossen, dass von der Summe, die man am Ende bekommt, rückwirkend Krankenversicherungsbeiträge abgezogen werden. Bei Vertragsabschluss war davon nicht die Rede. Etwa 15 Prozent der privaten Vorsorge, auf die man hoffte, sind plötzlich weg. Es war schon so eine Art Enteignung – während der Laufzeit eines Vertrages werden die Vertragsbedingungen einfach geändert. Einzige Begründung: Der Staat ist knapp bei Kasse. Der Sozialverband VdK sagt dazu: „Die Politik hat das Vertrauen der zukünftigen Rentner in die sozialen Sicherungssysteme verspielt.“

Wieder andere Leute haben privat gespart. Wenn jemand einen mittleren Job hat und jahrzehntelang etwas beiseitelegt, kann leicht ein Betrag von über 100 000 Euro zustande kommen. Und so viel ist wohl auch nötig, damit man 20 oder 25 Jahre, trotz Minirente, ohne Not über die Runden kommt. Diese Leute gelten jetzt aber als reich. Nach den Wahlen wird man ihnen, angeblich aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit, einen Teil ihrer Ersparnisse wieder wegnehmen, das wird dann Vermögenssteuer, Reichensteuer oder sonst wie heißen. Leider ist abzusehen, dass man dieses Geld nicht etwa an Obdachlose verteilen wird. Nein, vermutlich wird man es zu großen Teilen für die Rettung von maroden Banken verwenden. Am Beispiel Zyperns hat man gesehen, dass es auch denkbar ist, einfach alle Konten zu sperren, die Geldautomaten abzuschalten und die benötigte Kohle ganz easy staatlicherseits abzubuchen. Die Regierung beteuert, dass man so etwas in Deutschland nicht tun würde, großes Ehrenwort. Wer solchen Versprechungen glaubt, hat die Politik der letzten Jahre nicht aufmerksam verfolgt.

Ich finde, dass es kein Zeichen von grenzenlosem Egoismus und sozialer Verantwortungslosigkeit ist, wenn ein Mensch Geld spart, damit er auch noch mit 70 in Urlaub fahren kann. Aber ich weiß leider keine Lösung, es ist irgendwie aussichtslos. In früheren Zeiten haben unsere Urahnen, wenn es hart auf hart kam, ihr Geld im Garten vergaben. Das ist natürlich immer eine Option.

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