Wirtschaft : Für eine Handvoll Euro

Zwei Drittel aller Familien zahlen ihren Kindern Taschengeld – im Schnitt 23 Euro pro Monat

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Berlin - Was Süßes vom Kiosk, die neue Bravo oder den angesagten Klingelton fürs Handy – ein Kind, dass sich selbst etwas nebenbei kaufen will, braucht Geld. Und das kommt in der Regel von den Eltern. Zwei Drittel aller Familien zahlen ihren Kindern Taschengeld – im Durchschnitt 23 Euro pro Monat. Das ergab eine repräsentative Studie im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), die am heutigen Mittwoch in Berlin vorgestellt wird und dem Tagesspiegel in Auszügen vorliegt.

Die Zahlungsbereitschaft der Eltern nimmt demnach mit steigendem Alter des Kindes deutlich zu. Während in der Gruppe der 14- bis 18-Jährigen vier von fünf Kindern Taschengeld bekommen, sind es bei den unter Sechsjährigen deutlich weniger. Hier gaben neun Prozent der Eltern an, allen ihren Kindern in diesem Alter Taschengeld zu zahlen, weitere 18 Prozent zahlten teilweise, also an eines von mehreren Kindern in dieser Altersgruppe, 72 Prozent gar nicht (siehe Grafik).

Wenn diese Altersgruppe von null bis fünf Jahre überhaupt Taschengeld bekommt, dann sind es in der Regel nur kleine Beträge, durchschnittlich drei Euro pro Monat. Die Sechs- bis 13-Jährigen kriegen im Schnitt schon 14 Euro. Wer 14 bis 18 Jahre alt ist, kann mit 36 Euro im Monat rechnen. Dafür erhält man immerhin schon zwei CDs oder eine komplette Modeschmuck-Kollektion.

Eltern, die kein Taschengeld zahlen, begründen dies unterschiedlich. Bei den Kleinsten heißt es meist, sie seien zu jung (78 Prozent). Wer älter als 14 ist, und kein Taschengeld bekommt, verdient nach Angaben der Eltern dagegen oft genug eigenes Geld. Allerdings gibt etwa jede zehnte Familie an, sie habe nicht genug Geld, um etwas an die Kinder zu zahlen.

Auch auf die Kaufentscheidungen des gesamten Haushaltes nehmen die Kinder häufig Einfluss. Insgesamt ist dies in fast 60 Prozent der Familien der Fall. Bei den unter Sechsjährigen dürfen immerhin mehr als 40 Prozent mitreden, wenn es um Lebensmittel oder Spielzeug geht. Die älteren Kinder kümmern sich eher um das richtige Outfit: Fast zwei Drittel sind beim Kauf von Kleidung eingebunden. Auch Unterhaltungselektronik steht hoch im Kurs.

Rund zwei Drittel der befragten Paare reden mit ihren Kindern über Geld-Themen. Jugendliche über 14 Jahren werden sogar von 88 Prozent der Eltern in finanzielle Familienangelegenheiten einbezogen. Auffallend ist der große Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland über alle Altersgruppen. Während im Westen 69 Prozent der Befragten mit ihren Kindern über finanzielle Dinge reden, sind es im Osten nur 49 Prozent.

Für die Studie hatte das Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag des DSGV Ende Januar und Anfang Februar mehr als 1000 Menschen, die in Paarbeziehungen leben, zu ihrem Umgang mit Geld befragt. Anlass ist das 50-jährige Bestehen des Beratungsdienstes Geld und Haushalt der Sparkassen-Finanzgruppe. stek

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