Für einen Euro? : Berggruen verhandelt mit Benko über Karstadt-Verkauf

Karstadt ist für Investor Berggruen offenbar kein lohnendes Geschäft mehr. Der Abgang der schwedischen Chefin Sjöstedt könnte mit einem bevorstehenden Verkauf zu tun haben.

Vor dem Abgang. Nicolas Berggruen könnte sich endgültig bei Karstadt zurückziehen.
Vor dem Abgang. Nicolas Berggruen könnte sich endgültig bei Karstadt zurückziehen.Foto: dpa

Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen verhandelt offenbar über einen Verkauf der Warenhäuser an die österreichische Investorengruppe Signa.

Der überraschende Abgang der erst seit wenigen Monaten amtierenden Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt stehe im Zusammenhang mit den Gesprächen, schreibt „Bild“ unter Berufung auf informierte Kreise. Sjöstedt hatte am Montag ihren Rückzug angekündigt: Sie sehe keine Basis mehr für den vor ihr angestrebten Sanierungsprozess.

Die Signa-Gruppe des Tiroler Unternehmers René Benko soll früheren Medienberichten zufolge eine Option haben, die Mehrheit an den 83 regulären Karstadt-Warenhäusern zum symbolischen Preis von einem Euro zu übernehmen. Offiziell bestätigt wurde dies bisher nicht.

Verschwundene Kaufhäuser
Dass es in Deutschland einmal eine Vielfalt von Kaufhäusern gab, ist kaum mehr zu glauben. Viele Namen von Warenhäusern sind verschwunden – aus den Innenstädten und dem Gedächtnis der Menschen. Mit dieser Bilderstrecke erinnern wir an einige verschwundene Kaufhausmarken. Demontiert: Die Schriftzüge der ehemaligen Hertie-Filiale in der Berliner Turmstrasse...Weitere Bilder anzeigen
1 von 25Foto: Imago
18.09.2015 10:33Dass es in Deutschland einmal eine Vielfalt von Kaufhäusern gab, ist kaum mehr zu glauben. Viele Namen von Warenhäusern sind...

Benkos Signa besitzt bereits die Mehrheit an den Luxus-Häusern

Signa hatte im Herbst 2013 bereits 75 Prozent der Anteile an den Premium- und Sport-Warenhäusern von Karstadt - darunter das Berliner KaDeWe - erworben. Die auf Immobiliengeschäfte spezialisierte Finanzgruppe hatte auch schon einmal Interesse an einer Übernahme des Karstadt-Konkurrenten Kaufhof bekundet.

Berggruen hatte den Karstadt-Konzern im Juni 2010 selbst für den Symbolpreis von einem Euro übernommen und Investitionen versprochen. Die klassischen Warenhäuser werden nach früheren Angaben von Aufsichtsratschef Stephan Fanderl auch in diesem Jahr keinen Gewinn erwirtschaften. (dpa)

12 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben