Wirtschaft : Für oder gegen DDT

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Vergangenen Freitag vor einer Woche waren es dreißig Jahre, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) die Produktion und Verwendung von DDT drastisch einschränkte - ein kostengünstiges Pestizid, das zur Abwehr von Stechmücken und anderen Krankheiten übertragenden Insekten einst sehr gebräuchlich war.

Ein Grund zu feiern ist das jedoch nicht. Stattdessen sollten wir die 30 bis 60 Millionen Menschen beklagen, die nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Malaria gestorben sind. Menschenleben, die durch DDT möglicherweise hätten gerettet werden können.

Der Amerikanische Rat für Wissenschaft und Gesundheit ACSH (American Council on Science and Health) weist darauf hin, dass dieses „Wunder-Pestizid“ in den zwei Jahrzehnten, bevor der Einsatz beschränkt wurde, immerhin 100 Millionen Menschen in Afrika, Asien und Südamerika das Leben gerettet hat.

Nichtsdestotrotz entschied die US-amerikanische Umweltschutzbehörde im Jahr 1972, dass DDT inakzeptable Risiken für die Umwelt und eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit des Menschen darstellt. Obwohl eine derartige Wirkung auf den Menschen weitgehend unbewiesen ist, glauben manche Wissenschaftler, dass DDT giftig ist für Fische und Zugvögel und für dünne Eierschalen, was eine erfolgreiche Fortpflanzung verhindere.

Das traurige Jubiläum fällt mit Erwägungen des US-amerikanischen Senats zusammen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ein internationales Abkommen zu schaffen, das den globalen Einsatz von DDT weiter beschränken sowie ein vollständiges Verbot der Herstellung des Mittels für den Export nach sich ziehen würde.

Sollte dieses Vorhaben tatsächlich Gesetzeskraft erhalten, würde das praktisch das Todesurteil für unzählige Millionen weitere Menschen in armen Ländern bedeuten. Befürworter eines Verbots von DDT sollte man zwingen, die Frage zu beantworten, was letztlich wichtiger ist: das Leben eines Vogels, der durch DDT geschädigt werden könnte, oder das Leben eines Dritte-Welt-Kindes, das möglicherweise gerettet werden könnte.

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