Wirtschaft : Für vier Milliarden Dollar soll ein Bereich von Hughes Electronics gekauft werden

kol/wsje

Die Boeing Co, Seattle, der weltgrößte Hersteller in der Luft- und Raumfahrtindustrie, steht offensichtlich vor der Übernahme des Satellitenbaugeschäfts von Hughes Electronics. Hughes, an der General Motors 69 Prozent der Anteile hält, setzte im vergangenen Jahr mit dem Bau von Satelliten 2,3 Milliarden Dollar um. Der Kaufpreis soll unbestätigten Angaben zufolge bei vier Milliarden Dollar liegen. Hughes ist weltweit der größte Hersteller für militärische und zivile Satelliten. Von beiden Unternehmen gab es zunächst keine Bestätigung für diese Meldungen.

Die Übernahme der Satellitenherstellung von Hughes würde sich nahtlos einfügen in Boeings Bemühungen, durch einen Ausbau der Raumfahrtaktivitäten die Abhängigkeit vom konjunktursensiblen zivilen Flugzeugbau zu verringern. So hatte Boeing 1996 das Rüstungs- und Raumfahrtunternehmen Rockwell und nur ein Jahr später den Konkurrenten McDonnell Douglas übernommen. Heute ist der Geschäftsbereich Raumfahrt, der pro Jahr sieben Milliarden Dollar umsetzt, der wichtigste Wachstumsbereich von Boeing. "In den nächsten fünf Jahren", so James F. Albaugh, President des Boeing-Geschäftsbereich Space and Communications, "wollen wir unseren Umsatz in der Raumfahrt verdoppeln." In diesem Bereich hat das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Auftragsbestand von 12 bis 14 Milliarden Dollar.

Boeing produziert das Trägerraketen-Programm Delta, einen der schärfsten Konkurrenten des europäischen satellitentransporteurs Arianespace. Außerdem ist Boeing maßgeblich beteiligt an Bau und Betrieb des Space Shuttles sowie der Internationalen Raumstation und entwickelt zivile und militärische Systeme für die Informationsübermittlung. Darüber hinaus ist Boeing einer der wichtigsten Partner der US-Streitkräfte bei der Raketenabwehr.

Joseph Campbell, Analyst bei Lehmann Brothers, sagte, die Übernahme des Satellitenbaugeschäfts von Hughes könne perfekt in die Struktur von Boeing passen. Zudem müsse grundsätzlich die Frage gestellt werden, ob Satellitendiensteanbieter überhaupt Satelliten herstellen sollten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben