Wirtschaft : Fulminante Übernahme in der Computerbranche

Compaq übernimmt Digital / Neue Konkurrenz für IBM und Hewlett Packard auf dem Markt der Unternehmenskunden

NEW YORK (dpa).Bei der größten Firmenübernahme der Computerbranche wird der Weltmarktführer bei Personal Computern, Compaq, die Digital Equipment für 9,6 Mrd.Dollar (17 Mrd.DM) kaufen.Das gaben die Compaq Computer Corporation (Houston/Texas) und die Digital Equipment Corporation (Maynard/Massachussetts) am Montag in New York bekannt. Die neue Compaq wird mit einem Konzernumsatz von 37,6 Mrd.Dollar zum Branchenzweiten Hewlett-Packard aufschließen.Weltgrößter Computerhersteller bleibt IBM mit 78 Mrd.Dollar Jahresumsatz.Doch wird Compaq nun sowohl für Hewlett-Packard als auch für IBM zum Herausforderer im Geschäft mit Unternehmenskunden.Bereits im Sommer 1997 hatte Compaq den Computerhersteller Tandem für drei Mrd.Dollar erworben und damit den Einstieg in das Geschäft mit mittleren und großen Unternehmen geschafft. Digital hat sich seit Jahren geschäftlich schwer getan und mußte mehrfach umstrukturieren.Das Unternehmen hat aber inzwischen wieder einigermaßen Fuß gefaßt.Der Umsatz stagniert seit 1990 bei 13 bis 14 Mrd.Dollar pro Jahr.Dagegen hat Compaq Computer unter seinem deutschen Konzernchef Eckhard Pfeiffer in den letzten Jahren rasant expandiert.Der Umsatz stieg von 3,3 Mrd.Dollar im Jahr 1991 auf 24,6 Mrd.Dollar 1997. Compaq ist bei PC und Servern stark.Die Gesellschaft wird den Kunden dank Digital eine breite Rechnerpalette anbieten können, die vom billigsten PC bis zu professionellen Großrechnern reicht und Informationstechik-Dienstleistungen und Softwarelösungen einschließt. Compaq bietet den Digital-Aktionären 30 Dollar je Aktie oder insgesamt 4,8 Mrd.Dollar in bar.Außerdem sollen die Digital-Aktionäre 0,945 Compaq-Aktien je eigenen Anteil erhalten.Compaq wird hierfür 150 Mill.Aktien emittieren.Die Digital-Aktionäre und die Kartellbehörden müssen die Transaktion noch billigen.Digital wird nach dem Aufkauf eine Compaq-Tochterfirma. Compaq hatte 1997 bei 24,6 Mrd.Dollar Umsatz 1,9 Mrd.Dollar verdient.Das Unternehmen verfügte zum Jahresschluß über 6,8 Mrd.Dollar Barmittel.Pfeiffer erklärte, die Übernahme von Digital sei wegen der Unternehmenskunden-Strategie von Digital, der Verdoppelung des Digital-Gewinns sowie des starken Wachstums in den Zielmärkten der Firma "zeitlich angebracht" gewesen. Digital hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 1997/98 (30.Juni) einen Gewinn von knapp 100 Mill.Dollar verbucht nach einem Verlust von 34 Mill.Dollar ein Jahr zuvor.Der Betriebsgewinn hat sich mehr als verdoppelt.Der Umsatz stagnierte bei 6,3 Mrd.Dollar.Davon entfielen auf Computer und andere Produkte 3,4 Mrd.und auf Dienstleistungen 2,9 Mrd.Dollar.Im Gesamtjahr 1996 hatte Digital 13 Mrd.Dollar umgesetzt und 141 Mill.Dollar verdient.

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