Funkausstellung : Technik Total auf der IFA

In 3-D fernsehen, modern kochen, effizient waschen: Die Themen der Internationalen Funkausstellung in Berlin sind vielfältig.

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Prognose: In diesem Jahr werden in Deutschland mehr als neun Millionen Flachbildfernseher verkauft.
Prognose: In diesem Jahr werden in Deutschland mehr als neun Millionen Flachbildfernseher verkauft.Foto: AFP

Berlin - Tim Raue hebt ein pfannengroßes Steak in den Bräter. Der Starkoch steht am Herd in Halle 1 des Berliner Messegeländes und führt vor, wie man zwei der vier Zonen des Induktionsfeldes zu einem extragroßen Kochfeld zusammenschalten kann. Das geht mit einem Fingerstreich. Von weitem sieht es so ähnlich aus wie die Bedienung eines iPads. Auch Zuhause, verrät der Starkoch später, stehen in seiner Küche die neuesten Elektrogeräte. Doch da kocht nicht er, sondern seine Frau. Aber er selbst nutze seit 15 Jahren Induktionsherde in seinen Restaurantküchen. „Man schwitzt einfach nicht und kann präzise arbeiten“, erklärt Raue.

Wenn bei einer Pressekonferenz ein Starkoch ein Steak brät, dann steht die Ifa vor der Tür. Längst ist die Internationale Funkausstellung, die an diesem Freitag beginnt, nicht nur die weltgrößte Messe für Unterhaltungselektronik, sondern seit 2008 eben auch die der Hausgerätehersteller. Dass die Wasch- und Spülmaschinenproduzenten gut ins Hightech-Umfeld passen, zeigen nicht zuletzt die Namen der Innovationen, die sie auf der Ifa zeigen.

i-Dos zum Beispiel heißt das „weltweit erste integrierte Präzisions-Dosiersystem“, das Siemens in seiner „Wäschepflegeerlebniswelt“ zeigt. i-Dos soll für die optimale Menge Flüssigwaschmittel in der Waschmaschine sorgen und so den Wasserverbrauch um bis zu 7062 Liter pro Jahr senken, wie Siemens-Geschäftsführer Roland Hagenbucher erklärt. Womöglich wird Siemens aber wegen des Namens i-Dos noch Ärger mit dem Computerkonzern Apple bekommen. Der ist nämlich empfindlich, wenn andere Hersteller mit ähnlich klingenden Namen vom Erfolg der iPods, iPhones oder iPads profitieren wollen.

Energie- und Ressourcensparen ist eines der großen Themen auf der Ifa – bei allen Herstellern und quer durch alle Branchen. Die Firma Miele nennt ihre Dosierautomatik schlicht Auto-Dos. Sie kann sowohl mit Flüssigwaschmittel als auch Pulver befüllt werden. Außerdem heißen die Erlebniswelten bei Miele Genusswelten und die Meisterköche Tafelkünstler. Besondere Aufmerksamkeit aber wird Miele mit seinen ersten „Smart-Grid“-fähigen Waschmaschinen und Trocknern erregen. Die Geräte starten automatisch, wenn der Strom am wenigsten kostet. Dafür sind jedoch intelligente Stromnetze und flexible Stromtarife nötig. Beides will Miele Ende dieses Jahres zusammen mit RWE in einem Pilotprojekt testen. Am Ende sollen dann alle Hausgeräte intelligent vernetzt werden und sich ganz einfach zum Beispiel über ein Smartphone steuern lassen. Miele@Home heißt die Plattform dafür, an der das Unternehmen bereits seit zehn Jahren arbeitet, wie der Geschäftsführende Gesellschafter Reinhard Zinkann sagt. Und hier kommen Hausgeräte und Unterhaltungselektronik wieder zusammen, denn an dem vernetzten Zuhause arbeiten auch andere Hersteller – die von Computern und Fernsehern genauso wie die Telekomfirmen.

Das dritte große Thema der Ifa neben energieeffizienten Geräten und dem vernetzten Zuhause wird das Fernsehen sein. Das hochauflösende HDTV treibt immer noch den Verkauf von Flachbildschirmen an. Neu hinzu kommt jetzt die dritte Dimension. Fast jeder Hersteller wird 3-D-Geräte zeigen. Dabei ist die Ifa so international wie nie: Von den 1423 Ausstellern kommen 1010 aus dem Ausland. Und die drängen sich dicht unter dem Funkturm. Die Messe hat mit 134 400 Quadratmetern so viel Fläche vermietet wie noch nie. Und sie erwartet 230 000 Besucher.

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