Wirtschaft : Furcht um Personalabbau bei Fusionen

FRANKFURT (MAIN)/HAMBURG (rtr).Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank AG sollte am Sonntag die geplante Fusion mit dem US-Institut Bankers Trust zur größten Bank der Welt absegnen.Ein Sprecher der Bank machte am Sonntag jedoch keine Angaben dazu, wann und wo das Gremium zusammentritt.Auch werde die Bank keine Mitteilung zum Ergebnis der Sitzung veröffentlichen.Der Aufsichtsrat von Bankers Trust sollte ebenfalls am Sonntag tagen.In beiden Häusern galt eine Zustimmung als sicher.Die Deutsche Bank will für die Übernahme der US-Bank umgerechnet 15,3 Mrd.DM zahlen.Für Montag haben beide Institute zu einer Pressekonferenz in Frankfurt (Main) geladen, auf der Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Rolf Breuer und Bankers-Trust-Vorstandschef Frank Newman Einzelheiten der Transaktion bekanntgeben sollen.Die Finanzierung der Übernahme ist bislang ebenso unklar wie die künftige Struktur des neuen Konzerns.

Die beiden Banken hatten vergangene Woche mitgeteilt, sie seien in fortgeschrittenen Verhandlungen.Mit dem Zusammenschluß entstünde ein Banken-Gigant mit einer Bilanzsumme von mehr als 800 Mrd.Dollar, der die United Bank of Switzerland auf Platz zwei der größten Banken der Welt verweisen würde.Analysten erwarten, daß es durch die Überlappung von Geschäftsbereichen in London und New York zur Streichung von rund 2000 Arbeitsplätzen kommt.Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Jürgen Krumnow hatte bereist erklärt, die Übernahme werde in beiden Häusern zum Abbau von Stellen im Finanzhandel führen.Die Analysten erwarten, daß die Deutsche Bank in den USA mehr Stellen abbauen wird als Bankers Trust, weil sich der Großteil der Mitarbeiter für das US-Investmentbanking aus den Reihen der Bankers Trust rekrutieren werde.Die Deutsche Bank beschäftigt in den USA etwa 2000 Mitarbeiter.In Großbritannien, wo die Deutsche Bank 6000 und Bankers Trust 3000 Menschen beschäftigt, werde sich die Deutsche Bank hingegen wohl die besten Mitarbeiter heraussuchen.

Auch durch den Zusammenschluß der Frankfurter Hoechst AG mit dem französischen Konzern Rhône-Poulenc könnten nach Aufassung von Hoechst-Aufsichtsratsmitglied Rainer Kumlehn zahlreiche Arbeitsplätze wegfallen."Ich befürchte, daß die neuen Pläne zahlreiche Arbeitsplätze kosten werden und die alte Hoechst AG in Luft aufgelöst wird", sagte Kumlehn, Chef der Gewerkschaft Bergbau Chemie und Energie in Hessen, der Zeitung "Bild am Sonntag".Die Fusion könne am Dienstag offiziell verkündet werden.Beide Firmen planen für diesen Tag eine Pressekonferenz in Straßburg, verlautete aus Verhandlungskreisen.Bisher haben beide Unternehmen offiziell nur bestätigt, über eine mögliche Fusion ihrer Life-Science-Aktivitäten zu verhandeln.

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