Wirtschaft : Fusion der Stahlgiganten

DÜSSELDORF (ews HB).Die Spekulationen haben

Krupp und Thyssen erwarten Synergien von 450 Mill.DM DÜSSELDORF (ews/HB).Die Spekulationen haben ein Ende: Schneller als erwartet sind die grauen Eminenzen von Thyssen und Krupp zur Entscheidung über die Vollfusion der beiden Konzerne gekommen.Mit mindestens 450 Mill.DM jährlich werden die Synergien veranschlagt, die eine Fusion der beiden Ruhrkonzerne Thyssen AG, Duisburg, und Fried.Krupp AG Hoesch-Krupp, Essen, bringt.So lautet das Ergebnis der Untersuchungen von 19 Arbeitsgruppen beider Unternehmen.Darüber hinaus sollen die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze nur gering sein.Dies haben die Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Kriwet (Thyssen) und Manfred Lennings (Krupp) sowie die Vorstandsvorsitzenden Dieter H.Vogel und Gerhard Cromme den "grauen Eminenzen" der Unternehmen vorgetragen: Berthold Beitz, Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die die Mehrheit an Krupp hält, und Günter Vogelsang, Ehrenvorsitzender des Thyssen-Aufsichtsrats.Gestern nachmittag wurde auch der Wirtschaftsminister Nordrhein-Westfalens, Wolfgang Clement, informiert. Nach tagelangen Spekulationen wollten die Beteiligten den öffentlichen Druck aus den Verhandlungen nehmen und sind in die Offensive gegangen.Deshalb wird den Eigentümern die Verschmelzung von Thyssen und Krupp vorgeschlagen.Einzelheiten, etwa das Umtauschverhältnis oder Vorstandspersonalien, sollen nun in Ruhe geklärt werden, ohne daß ein Zeitrahmen vorgegeben wird.Andere noch offene Punkte sollen bis Ende November geklärt werden.So beharren die Betriebsräte und die IG Metall darauf, daß für das neue Unternehmen die Montanmitbestimmung gelten soll.Die Arbeitnehmervertreter wollen auch die Zusage, daß keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden.Das fusionierte Unternehmen wird einen Umsatz von fast 70 Mrd.DM und 190 000 Mitarbeiter haben und damit in die Spitzengruppe der größten deutschen Firmen aufrücken."Ein Zusammengehen führt einvernehmlich zu einem großen Potential, einer günstigen strategischen Position in den Kerngeschäften und einer stärkeren Präsenz im Weltmarkt", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.Besonders in den Bereichen Industriegüter und industrielle Dienstleistungen seien beide Konzerne strategisch vergleichbar ausgerichtet. Die Börse schien die Entwicklung geahnt zu haben.Während der Dax gestern sank, legte die Aktie von Krupp um 7 Prozent auf 374 DM zu.Bei Thyssen hatte es schon am Montag 8 Prozent Aufschlag gegeben, gestern betrug das Plus 0,1 Prozent auf 411 DM.Am späten Nachmittag wurde dann der Handel mit beiden Aktien ausgesetzt.

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