Wirtschaft : Fusion der Telefonkonzerne gescheitert - Niederländer geben den Spaniern die Schuld

Die Fusion zwischen den Telefonunternehmen KPN und Telefónica zu einem neuen europäischen Großkonzern ist gescheitert. Der Plan werde "nicht weiter aufrecht erhalten", sagte KPN-Sprecherin Carla van Lonvelder am Freitagabend. Telefónica bestätigte in Madrid das Scheitern der Ende April öffentlich gemachten Verhandlungen. Die idealen Umstände für einen Erfolg des Vorhabens seien nicht gegeben, erklärte das Unternehmen. KPN erklärte, es werde nun Verhandlungen mit anderen Partnern fortsetzen, um sein Ziel zu erreichen und einer der führenden Telefonkonzerne Europas zu werden. Das Scheitern begründeten die Niederländer mit der Haltung des spanischen Partners: Die meisten Telefónica-Verwaltungsratsmitglieder hätten einem Zusammenschluss beider Konzerne zugestimmt, erklärte das niederländische Unternehmen. Die Ablehnung des Vorhabens "durch eine bedeutende Minderheit im Veraltungsrat" habe bei KPN aber das Vertrauen in den künftigen Erfolg des neuen Vorhabens negativ beeinflusst. Ein derartiges Großvorhaben brauche aber volle Unterstützung. Die niederländische Regierung sei kooperativ gewesen und habe den Plan in keiner Weise behindert, beteuerte KPN.

Am Donnerstag hatte sich die spanische Regierung gegen einen Zusammenschluss der beiden Ex-Monopolisten ausgesprochen. Spanischen Zeitungsberichten zufolge traten auch die Bank BBVA und die Sparkasse La Caixa als Telefónica-Großaktionäre gegen das Projekt auf. Der spanische Staat hält an Telefónica nur noch eine Goldene Aktie mit wichtigen Vetotrechten; er hatte sich am hohen Staatsanteil der Niederländer von mehr als 43 Prozent gestört.

Analysten und Börsianer hatten in den vergangenen Tagen zustimmend auf das Fusionsvorhaben reagiert, das einen der größten Telefonkonzerne der Welt geschaffen hätte. Mit von der Partie wäre E-plus gewesen, der vor kurzem mehrheitlich von KPN aufgekauft wurde.

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