Wirtschaft : Fusion französischer Großbanken bleibt weiter offen

PARIS (AFP).Der Übernahmepoker um die französischen Geldhäuser Banque Nationale de Paris (BNP), Société Générale (SG) und Paribas dauert an.Der SG-Verwaltungsrat und der Aufsichtsrat von Paribas sprachen sich am Dienstag abend erneut gegen das Kaufangebot des Konkurrenten aus, mit dem die BNP die größte Bank der Welt schmieden will.Beide Gremien bekräftigten, daß sie der bereits früher eingeleiteten Zweierfusion zwischen SG und Paribas den Vorzug gäben.BNP-Chef Michel Pébereau betonte am Mittwoch, er halte trotz der Ablehnung an seinen Übernahmeplänen fest.Nun sei es an den Aktionären, "über die Bildung dieses neuen Unternehmens zu entscheiden".An der Pariser Börse gaben die Aktien aller drei Banken nach.

Wie ein Sprecher der SG im Anschluß an eine dreistündige Sitzung am Abend in Paris mitteilte, stimmte nur ein Mitglied des Verwaltungsrats gegen die Ablehnung des Übernahmeangebots.Der Aufsichtsrat von Paribas habe das Angebot mit 14 gegen zwei Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt, wie es nach der knapp zweistündigen Sitzung hieß.Der BNP-Vorstoß sei weder im Interesse von Paribas noch in dem der Aktionäre, hieß es.Beide Gremien bekräftigten ihre Unterstützung für die geplante Zweierfusion und forderten ihre Aktionäre auf, nicht auf das Kaufangebot der BNP einzugehen.SG-Präsident Daniel Bouton zeigte sich am Mittwoch zuversichtlich, daß die Anteilseigner den Empfehlungen folgen.

BNP-Chef Pébereau bekräftigte dagegen seine Entschlossenheit, die Fusion voranzutreiben."Unser Projekt ist zu wichtig, als daß wir darauf verzichten könnten", sagte er im Radiosender Europe 1.Früher oder später werde es mit den beiden Konkurrenzbanken zu einem Dialog kommen.Entlassungen in Frankreich schloß der BNP-Chef für den Fall der Dreierfusion erneut aus.

Die BNP hatte ihre öffentlichen Kaufangebote für die beiden Konkurrenten auf Grundlage eines Aktientausches am 9.März vorgelegt.Zu diesem Zeitpunkt hatten SG und Paribas bereits ihre Zweierfusion eingeleitet.Die zuständigen Aufsichsbehörden gaben inzwischen grünes Licht für das BNP-Vorhaben, und auch die Pariser Linksregierung äußerte sich zustimmend.SG und Paribas werteten das Vorgehen der BNP dagegen von Beginn an als "unfreundlichen" Übernahmeversuch.

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