Wirtschaft : Fusion: H.-W.Müller: "An Zapfsäulen bringt das keinen Pfennig"

Herr Müller[die freien Tankstellen sehen sic]

Hans-Willi Müller ist Vorsitzender des Bundesverbandes Freier Tankstellen und vertritt 1700 mittelständische Tansktellen.

Herr Müller, die freien Tankstellen sehen sich plötzlich dem größten Tankstellennetz in Deutschland gegenüber. Macht Ihnen das Angst?

Ganz und gar nicht. Je größer die Unternehmen auf dem Markt sind, umso größer sind die Nischen für einen flexiblen Mittelstand. Schwer könnte es allerdings für die mittelständischen Unternehmen im Dea-Markenverbund werden, die einen Marktanteil von etwa vier Prozent haben. Von denen werden wohl einige dem Geschäftskonzept von Shell zum Opfer fallen.

Erwarten Sie weitere Fusionen?

Der Markt ist derzeit in Bewegung. Es wird ja schon seit einiger Zeit ein Partner für die Aral-Kette gesucht. Vielleicht wird Totalfina-Elf einsteigen, vielleicht auch BP oder ÖMV. Doch bei allen Einsparungen, die mit solchen Zusammenschlüssen verbunden sind: An der Zapfsäule bringt das keinen Pfennig.

Der Benzinpreis wird also nicht weiter sinken?

Nein. Die Vertriebskosten liegen nur bei zwölf Pfennigen pro Liter, das sind nicht einmal zehn Prozent des Benzinpreises. Was wollen Sie da noch einsparen? Rationalisierungen im Vertriebsnetz bringen im Höchstfall einen Pfennig pro Liter. Da hat man mehr gewonnen, wenn der Dollar mal ein wenig absinkt. Abgesehen davon besteht der Benzinpreis zu fast drei Vierteln aus Steuern.

Welche Veränderungen erwarten Sie auf dem Tankstellenmarkt?

Wir hoffen nach der Fusion auf eine Beruhigung. So dürfte die Payback-Karte, mit der uns Dea das Geschäft schwer gemacht hat, wieder zurückgezogen werden. Die Preiskämpfe müssen aufhören. Denn am Ende entscheiden auch an der Zapfsäule Vielfalt und Qualität.

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