Wirtschaft : Fusion mit schwedischen Partnern beschlossen

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Die Berliner Pixelpark AG fusioniert mit den beiden schwedischen Unternehmen Cell AB und Mandator AB zum größten Internetdienstleister Europas. Die Verschmelzung wird durch Aktientausch erfolgen, gaben die Vorstände der drei Unternehmen am Dienstag in Berlin bekannt. Die Pixelpark-Papiere wurden daraufhin vom Handel am Frankfurter Neuen Markt ausgesetzt. 56,6 Prozent der neuen Gesellschaft, die Pixelpark heißen soll, bleiben bei den Berlinern, 43,4 Prozent werden die Aktionäre der schwedischen Unternehmen halten. Dies bedeutet einen Bewertungsaufschlag für die Aktien von Cell und Mandator von 26,4 Prozent nach dem letzten Schlusskurs an der Stockholmer Börse.

Paulus Neef, Gründer und Vorstandsvorsitzender der inzwischen mehrheitlich zur Bertelsmann AG gehörenden Pixelpark, sagte: "Wir schreiben mit der Fusion europäische Internetgeschichte." In weniger als zwei Wochen habe man sich auf die Kooperation geeinigt. Cell und Mandator fusionieren zur Zeit selber zu Cell Networks. Der Abschluss wird für Ende Mai erwartet, bis zum Ende des Jahres soll anschließend der Aktientausch zur Realisierung der neuen Pixelpark AG erfolgen. Die Notierung wird weiterhin am Neuen Markt erfolgen.

Durch die Fusion entsteht ein Konzern mit einer Börsenkapitalisierung von etwa 6,6 Milliarden Euro und 2400 Mitarbeitern. Kombiniert hätte es 1999 einen Umsatz von 173,9 Millionen Euro erzielt - allein 136 Millionen davon durch Cell/Mandator. Die Schweden arbeiten seit Jahren profitabel, während Pixelpark noch die Kosten seiner schnellen Expansion trägt. Durch den höheren Börsenwert erhält allerdings Pixelpark das größere Gewicht. "Für uns steht bei der Fusion im Vordergrund, in das Zentrum Europas expandieren zu können", erklärte Lars Petersson, Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär von Mandator. Der Firmenzusammenschluss werde von allen Großaktionären befürwortet. Bertelsmann bleibe Hauptaktionär auch der neuen Pixelpark.

Cell/Mandator und Pixelpark ergänzen sich geographisch. Die Schweden bringen Nordeuropa, Italien und Niederlassungen in Asien in die Partnerschaft ein, Pixelpark seine Markführerschaft in Mitteleuropa. "In westeuropäischen Ländern ergänzen sich die Unternehmen darüber hinaus optimal", sagte Neef. Die Kundenstruktur verbreitere sich deutlich und umfasse viele der in Europa tätigen Großkonzerne. Die weitere Expansion solle in Richtung Asien und USA gehen, wo man noch wenig präsent sei. Die Firmenchefs wollten sich aber zu möglichen Partnern nicht äußern.

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