Wirtschaft : Fusion: Zu viele Stationen, zu kleine Preise

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Auf dem deutschen Tankstellenmarkt wird es eng. Mit der Fusion von Shell und Dea wächst der Druck auf andere Konzerne. Der neue Gigant wird 24 Prozent des Marktes kontrollieren, die Bochumer Aral AG wird als Branchenführer abgelöst. Aral hält mit seinen 2395 blau-weißen Stationen derzeit einen Anteil von 19 Prozent. Die Hauptkonkurrenten Esso und BP folgen mit zehn bzw. sieben Prozent.

Die Branche hat bereits eine erste Phase der Konzentration hinter sich. Exxon und Mobil fusionierten ebenso wie BP, Arco und Amoco. Auch Total, Fina und Elf gründeten einen neuen Konzern. In den vergangenen Monaten geisterten Gerüchte über neue Zusammenschlüsse umher. Bereits im Herbst hatte es Spekulationen über eine Allianz zwischen RWE-Dea und dem britischen Ölkonzern BP gegeben. Damals dementierte Dea-Vorstandschef Dieter Dräger aber Verkaufsabsichten.

Der deutsche Mineralölmarkt - immerhin der drittgrößte der Welt - leidet unter Überkapazitäten. Nach Branchenschätzungen müssen mindestens 4000 Tankstellen schließen. Die Benzinpreise gehören - ohne Steuern - zu den niedrigsten in Europa. Das abgelaufene Jahr brachte zudem einen desaströsen Preiskampf. Eingeleitet wurde er durch die Einführung der Payback-Karte an Dea-Stationen. In der Folge fielen eine Milliarde Mark Verlust an den Zapfsäulen an.

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