Wirtschaft : Fusion zur Eurohypo ist geglückt

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Die bislang einzige Fusion zwischen Tochterunternehmen deutscher Großbanken ist offenbar auf gutem Weg. Mittlerweile ist der Verschmelzungsvertrag für die Hypothekenbank-Ableger von Dresdner Bank, Deutscher Bank und Commerzbank zur neuen Eurohypo AG unterzeichnet. Offen ist allerdings noch die Zustimmung des Kartellamtes. Der designierte Eurohypo-Chef Karsten von Köller erwartet allerdings keine Probleme durch die Wettbewerbshüter. Bis Mitte Juli werde die Fusion vermutlich abgesegnet.

Geklärt sind auch die Wertverhältnisse zwischen den drei Instituten. Danach werden die Aktionäre der Commerzbank-Tochter Rheinhyp mit 35 Prozent, die der alten Eurohypo (Deutsche Bank) mit 35,9 Prozent und die der Deutschen Hyp (Dresdner Bank) mit 29,1 Prozent am neuen Institut beteiligt sein. Es soll rückwirkend zum 1. Januar 2002 gegründet werden. Der Wert der neuen Bank liegt den Bewertungsgutachten zufolge bei rund sieben Milliarden Euro.

Köller erwartet zwar einmalige Restrukturierungskosten für die Fusion von rund 210 Millionen Euro. Andererseits werden aber ab 2004 Nettosynergien von jährlich 140 Millionen Euro erwartet. 120 Millionen Euro ergeben sich aus Kostensenkungen, rund 70 Millionen Euro davon durch den Abbau von rund 800 der 2800 Arbeitsplätze. Der Gewinn soll durch die Fusion pro Jahr um rund 20 Millionen Euro höher liegen. Im vergangenen Jahr hatten die drei Banken insgesamt einen Überschuss von 513 Millionen Euro erzielt. Die Eurohypo verlegt im übrigen ihren Sitz ab 2004 von Frankfurt nach Eschborn. Dort liegen die Gewerbesteuern für die ersten drei Jahre um 40 Millionen Euro niedriger.

Köller zeigte sich am Donnerstag bei der Vorlage des Verschmelzungsvertrages zuversichtlich, dass die neue Eurohypo zu den führenden europäischen Hypothekenbanken gehören werde. Kernkompetenzen seien die Immobilien- und die Staatsfinanzierung. Neben gewerblichen Kunden will sich die Eurohypo auch intensiv um die Finanzierung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen kümmern. Je nach Börsen- und Geschäftslage soll bereits bis Ende 2004 ein Viertel der Eurohypo-Aktien an die Börse gebracht werden.

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