Wirtschaft : Fusionen und Übernahmen: Wert der Fusionen in Deutschland so hoch wie noch nie

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Noch nie hat es so viele Fusionen und Übernahmen (M & A) mit deutscher Beteiligung gegeben wie in diesem Jahr. Der Wert dieser Fusionen erreichte in den ersten neun Monaten mit knapp 260 Milliarden Dollar (rund 278,5 Milliarden Euro) einen neuen Rekordwert und macht inzwischen fast zehn Prozent aller Fusionen weltweit aus. Damit liegt das Volumen der abgeschlossenen Transaktionen schon jetzt fast drei Mal so hoch wie im gesamten letzten Jahr. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Finanzdienstleister Thomson Financial, die heute vorgestellt wurde.

Der deutsche M & A-Rekord beruht im Wesentlichen auf dem teuren Zusammenschluss zwischen den Telekommunikationskonzernen Mannesmann und Vodafone-Airtouch. Sie allein schlug mit 202,8 Milliarden US-Dollar (rund 217,8 Milliarden Mark) zu Buche. Bis Ende September standen noch Angaben von Thomson noch 1610 weitere Fusionen und Übernahmen unter deutscher Beteiligung kurz vor dem Abschluss.

Im internationalen Vergleich ist der Wert deutscher Unternehmenszusammenschlüsse noch relativ gering. Bereinigt um die Ausnahme-Fusion Mannesmann-Vodafone wurden in Deutschland im Durchschnitt 46,5 Millionen US-Dollar bei Übernahmen bezahlt. Der Mittelwert in Europa liegt bei 95,6 Millionen US-Dollar, weltweit sogar bei 120,9 Millionen US-Dollar.

Von den Großfusionen profitierten vor allem die Anwaltskanzleien. Bei den in den ersten neun Monaten abgeschlossenen 1222 Fusionen waren externe Rechtsberater zwar nur 72 Mal eingeschaltet; sie betreuten aber ein Fusionsvolumen von knapp 250 Milliarden Mark. Dementsprechend wird die Rangliste der erfolgreichsten M & A-Anwälte von denen angeführt, die bei der Fusion von Mannesmann und Vodafone beteiligt waren. Mit weitem Vorsprung an der Spitze liegt in Deutschland die deutsch-britsche Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer. Sie betreute insgesamt 15 Fusionen mit einem Wert von 231,7 Milliarden US-Dollar (248,6 Milliarden Euro). Weltweit an Platz eins steht die Kanzlei Simpson Thacher & Bartlett, die Transaktionen im Wert von 676,7 Milliarden Dollar betreut hat.

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