Fusionspläne mit Condor : Air Berlin steht unter Druck

Die geplante Übernahme des Ferienfliegers Condor durch Air Berlin droht zu scheitern. Das Bundeskartellamt in Bonn befürchtet durch den Zusammenschluss erhebliche Wettbewerbseinbußen im Reisegeschäft in der Mittelmeerregion. Die Behörde setzt der Fluggesellschaft nun eine Frist.

Bonn/BerlinDas Bundeskartellamt macht Druck bei der Prüfung der Übernahmepläne der Fluggesellschaft Air Berlin für den Ferienflieger Condor. Den Beteiligten wurde eine Frist bis kommenden Montag gesetzt, ihre Planungen zu erläutern. Geschehe dies nicht, werde eine Abmahnung verschickt, sagte Behördensprecherin Silke Kaul am Dienstag auf Anfrage. Dies sei immer der erste Schritt vor einer Untersagung. Die Frist für die Abgabe der Fusionspläne sei auf Antrag der beteiligten Unternehmen bereits mehrfach verlängert worden. Air Berlin kündigte an, sich beim Kartellamt zu den Plänen zu äußern. Mit der Condor-Mutter, dem Reisekonzern Thomas Cook, sei man weiter in Gesprächen über die Angelegenheit, sagte ein Sprecher.

Air-Berlin-Aktie rutscht ins Minus

Die im September 2007 bekanntgegebene Fusion steht angesichts der Belastungen für die Luftfahrt durch hohe Kerosinpreise inzwischen ohnehin auf der Kippe. Thomas Cook hatte Ende Juni angekündigt, wegen "der erheblichen Verzögerungen bei der Zulassungsprüfung und des sich verändernden konjunkturellen Umfelds" Alternativen zu prüfen. Air Berlin hatte bestätigt, die bis Februar geplante Mehrheitsübernahme von Condor werde auf den Prüfstand gestellt. Nach der Äußerung des Kartellamts gab die Air-Berlin-Aktie an der Börse nach. Am Nachmittag lag sie um mehr als acht Prozent im Minus bei 3,85 Euro.

Die Wettbewerbshüter haben die Prüfung schon mehrfach verlängert, zuletzt bis 9. Oktober. Wie die Sprecherin am Dienstag erläuterte, legt das Kartellamt in einer Abmahnung dar, warum es ein geplantes Zusammenschlussvorhaben untersagen will. Die betroffenen Unternehmen haben danach noch einmal die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Erst dann kann die offizielle Untersagung ausgesprochen werden. Nach Informationen von "Focus"-Online hegt die Behörde Bedenken, dass der Zusammenschluss erhebliche Wettbewerbseinbußen im Reisegeschäft mit der Mittelmeerregion verursachen könnte. (sg/dpa)

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