Wirtschaft : Fußball auf der Pupille

Kontaktlinsen werden beliebter – am billigsten sind sie im Internet

Sören Kittel

Eine Träne verdrückt, kurz gezwinkert – und schon sitzt das Plättchen auf dem Auge. Vor allem Frauen im Alter zwischen 20 und 40 greifen immer öfter allmorgendlich zur Kontaktlinse. Jede zehnte Deutsche dieser Altersgruppe korrigiert auf diese Art ihre Kurz- oder Weitsichtigkeit, fand das Allensbach-Institut per Umfrage heraus. Insgesamt tragen aber nur vier von 100 deutschen Fehlsichtigen Kontaktlinsen.

Welche Kontaktlinsen für wen am besten geeignet sind, hängt von mehreren Faktoren ab: wie trocken die Augen sind, wo und wie lange die Linsen getragen werden. Die formstabilen oder „harten“ Kontaktlinsen werden individuell für jedes Auge angefertigt. Diese Kunststofflinsen schwimmen auf dem Tränenfilm und lassen mehr Sauerstoff an die Hornhaut – im Gegensatz zu weichen Linsen: Deswegen sitzen diese Kontaktlinsen fester auf dem Auge, sind aber spontan leichter verträglich als formstabile Linsen.

Für die jüngere Generation sind Kontaktlinsen inzwischen sogar ein Modeartikel geworden: Von klassischem Saphirblau über glühendes Smaragdgrün bis hin zum Fußball auf der Pupille ( www.kontaktlinsencontor.de ). Auch für altersbedingt Sehgeschädigte gibt es seit einigen Jahren eine Brillen-Alternative: Gleitsichtlinsen. „Der obere Teil dieser harten Linse gleicht die Weit- und der untere die Kurzsichtigkeit aus“, sagt Peter Frankenstein von Spectaris, dem Deutschen Industrieverband für optische Technologien. „Inzwischen werden zwei von drei harten Kontaktlinsen schon auf diese Weise geschliffen.“

Während der vergangenen fünf Jahre haben aber vor allem weiche Ein-Tages-Linsen einen Boom erfahren. Sie gelten als praktischer, weil sie nach dem Gebrauch nicht aufwendig gereinigt, sondern immer frisch aus der Verpackung genommen werden. Allerdings sind diese Wegwerflinsen aus weichem Kunststoff etwas teurer (25 bis 30 Euro pro Monat) als Monatslinsen (zehn bis 20 Euro pro Monat). Dieser Preis lässt sich drücken, wenn man die Haftschalen über das Internet bestellt. Dort gibt es inzwischen rund 50 verschiedene Anbieter (zum Beispiel www.linsenplatz.de , www.linsensuppe.de ). Sie haben die gleichen Marken wie der Einzelhandel (Schlecker, Rossmann), können aber die Linsen billiger verkaufen. Zur Weihnachtszeit geben einige Online-Anbieter weitere Rabatte auf spezielle Pakete ( www.pro-con.de ). Der Käufer sollte sich aber vorher beim Optiker oder Augenarzt beraten lassen. Bei trockenen Augen raten diese oft eher zur Brille.

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