Wirtschaft : „Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft“

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Das deutsche WM-Aufgebot steht – und hat einige Unternehmen überrascht, die in ihrer Werbung auf die falschen Fußballer gesetzt haben. Zum Beispiel auch den Süßwarenhersteller Ferrero.

Herr Voß, mögen Sie den Bundestrainer?

(lachend) Wir haben in unserer Werbekampagne für Nutella von vorneherein nicht auf die Topstars Michael Ballack oder Oliver Kahn gesetzt, sondern auf Nachwuchsstars. Damit sind wir ein gewisses Risiko eingegangen.

Sie lagen mit Ihrer Kampagne aber ganz schön daneben. Sie werben mit Andreas Hinkel, Benjamin Lauth, Kevin Kuranyi und Arne Friedrich. Doch nur Friedrich wird bei der WM dabei sein.

Ich habe die Nominierung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gestern Mittag im Fernsehen gesehen und mitgefiebert. Ich war schon überrascht, dass auch Kevin Kuranyi nicht dabei ist. Klar ist das enttäuschend.

Müssen Sie Ihre Kampagne ändern? Die Nominierung könnte ja bedeuten: Wer Nutella frühstückt, fährt nicht zur WM.

Wir haben die Kampagne nicht gestartet mit dem Ziel, dass alle vier Spieler bei der WM dabei sind. Dazu gehört auch Glück. Wir hätten uns gefreut, wenn es mehr gewesen wären, aber das ist nicht kriegsentscheidend. Die Kampagne ist nicht auf die WM ausgerichtet, wir haben längerfristige Verträge mit den Spielern.

Hoffen Sie nun, dass Kuranyi, Lauth und Hinkel wenigstens bei der EM 2008 dabei sein werden?

So lange laufen unsere Verträge nicht.

Dann wäre jetzt vielleicht David Odonkor eine gute Wahl als Werbepartner.

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Wer weiß, wie das in einem Jahr aussieht. Vielleicht scheidet die deutsche Mannschaft ja auch in der Vorrunde aus.

Das Gespräch führte Benedikt Voigt

Dirk Voß (40) ist Marketing-Leiter bei Ferrero und wirbt mit den Nationalspielern Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel, Benjamin Lauth und Arne Friedrich für seinen Brotaufstrich.

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