Wirtschaft : Fußball schlägt Computerspiele

Berlin - Die Fußball-WM hat viele Branchen beflügelt, die Computer- und Videospieleindustrie hat sie dagegen gebremst. „Nach einem gelungenen Start ins Jahr hatten wir vor allem im zweiten Quartal einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen“, sagte Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (Biu) am Donnerstag, wenige Tage vor Beginn der Computerspielemesse Gamescom in Köln. „Mit der Fußball-WM und der Hitzewelle hatte die Gamesbranche vor allem in den Sommermonaten eine starke Konkurrenz.“ Der Verband geht dennoch davon aus, dass sich der Markt nach der Messe wieder erholen wird, zumal sich eine Aufhellung des Konsumklimas abzeichne.

Nach einem leichten Plus im ersten Quartal 2010 verzeichnete der Markt für PC- und Konsolenspiele in den ersten sechs Monaten einen Umsatzrückgang um vier Prozent auf 632 Millionen Euro. Die Zahlen basieren auf einer Umfrage bei 25 000 Konsumenten durch die Marktforscher der GfK. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 24,7 Millionen Spiele verkauft, der durchschnittliche Preis pro Spiel blieb mit 25,56 Euro stabil.

Die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers geht in einer eigenen Studie, die auch Onlinespiele einbezieht, davon aus, dass die Erlöse der Branche in diesem Jahr um 0,4 Prozent auf knapp 1,81 Milliarden Euro steigen werden. 2009 war der Markt laut PwC erstmals geschrumpft – um 2,4 Prozent. Viele Konsumenten hätten sich wegen des schwierigen Wirtschaftsumfeldes zurückgehalten und auch Spielehersteller hätten weniger neue Titel auf den Markt gebracht.

Neue Impulse erhofft sich die Branche von der Gamescom, zu der vom 18. bis 22. August mehr als 245 000 Besucher erwartet werden. Neue Bewegungssteuerungen von Sony und Microsoft sowie aktuelle 3-D-Entwicklungen sollen die Kunden in Kauflaune bringen. vis

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